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10 berühmte Irrtümer des Sports

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     10 berühmte Irrtümer des Sports
Logo SportNews In der Sport-News, dem Mitteilungsblatt des Landessportverbands Schleswig-Holstein - Ausgabe November 2002, schrieb Dr. Thomas Wessinghage, Leiter der Reha-Klinik und des Deutschen Zentrums für Präventivmedizin Damp, einen lesenswerten Artikel über die "10 berühmten Irrtümer des Sports".
Für die Erlaubnis, diesen Artikel hier veröffentlichen zu dürfen, danke ich der Sport-News-Redaktion!

1. "Gelobt sei, was hart macht!"

(auch bekannt als: "Viel bringt viel!" und so ähnlich.) Daraus spricht die vereinfachende, nichts desto trotz falsche Annahme, dass hochintensive, also maximal anstrengende Belastungen die besten Trainingsergebnisse hervorrufen würden. Richtig ist, dass die für unsere Gesundheit unschlagbaren Wirkungen des Ausdauertrainings (Walking, Jogging, Radfahren etc.) sich nur erreichen lassen. wenn man ruhig zu Werke geht. Ein hoher Anstrengungsgrad macht wichtige Trainingseffekte (Stressabbau, Stärkung des Immunsystems) zunichte.

2. "Muskelkater ist das beste Zeichen für wirksames Training!"

Die Zeiten, als man daran glaubte, sollten eigentlich längst vorbei sein. Heute weiß man, dass Muskelkater durch winzige Verletzungen der Muskulatur zustande kommt. Und die sollten tunlichst vermieden werden. Also, Trainer, hört auf Euch zu freuen, wenn Eure Schützlinge vor Muskelkater nicht mehr gerade gehen können! Eigentlich brauchten die einen Krankenschein.

3. "Das beste Mittel gegen Muskelkater lautet: dasselbe noch 'mal!"

Noch so ein Tipp aus der Steinzeit der Trainingslehre. Selbst die ganz harten Trainer wie Felix Magath würden das heute nicht mehr fordern. Im Gegenteil: ganz sanfte Bewegungen (superlockeres Joggen, Schwimmen, leichtes Radfahren, Lockerungsgymnastik etc.) sorgen dafür, dass die Durchblutung in den verletzten Muskelanteilen zunimmt und die Heilung unterstützt.

4. "Nach 30 min. Dauerlauf setzt die Fettverbrennung ein."

Die Vorstellung ist einfach, handlich, praktisch - aber falsch. Schon nach kürzester Zeit (1 - 2 min.) setzt beim lockeren Dauerlauf die Fettverbrennung ein, allerdings zunächst mit einem minimalen Anteil am gesamten Energieaufkommen. Nach einer halben Stunde beginnt die Energiemenge, die der Körper aus der Nutzung der Fettreserven gewinnt, die anderen Energiequellen in den Schatten zu stellen (vor allem die Kohlenhydrate). Darum ist es sinnvoll, länger als eine halbe Stunde ohne Pause zu walken, joggen etc., wenn man sein "Fett weg kriegen" will.

5. "Wenn man einmal in die Sauerstoffschuld gerät, dann ist der Lauf für die Katz!"

Genau so einfach und genau so falsch wie die vorherigen Aussagen. Natürlich stellt sich der Organismus darauf ein, dass ich beim Training richtig Gas gebe - und reduziert zwangsläufig die Fettverbrennung. Aber nur vorübergehend. Ein einzelner Berg, den ich mit Volldampf hinaufkeuche, macht mein Training nicht kaputt. Ich muss, oben angekommen, einfach ein paar Minuten besonders ruhig weiter trainieren, um den entstandenen Sauerstoffmangel wieder abzubauen. Gutes Indiz: wenn ich wieder flüssig sprechen kann, hat sich alles wieder beruhigt. Richtig allerdings ist, dass diese intensiven Phasen eines Lauftrainings keine gesundheitlichen Vorteile bringen.

6. "Schwimmen ist der optimale Gesundheitssport."

Diese Behauptung stimmt. Nur leider schwimmt kaum jemand. Schon gar nicht in der aus orthopädischer Sicht optimalen Kraultechnik. Die meisten Leute baden. Hängen senkrecht im Wasser, kommen kaum vom Fleck, klammern sich nach einer halben Minute wieder an den Beckenrand. Und leider ist ein 40-minütiges Bad zwar gut für die Körperhygiene, hat aber keinen Trainingseffekt - im Gegensatz zu einem gleich langen Dauerlauf oder strammen Spaziergang. (Für Schwimmer: der Puls muss für einen adäquaten Trainingseffekt nur unwesentlich geringer sein als beim Joggen. Für etwa eine Dreiviertelstunde. Ohne Pause. Viel Spaß.)

7. "Lassen Sie sich Ihr Fett einfach wegmassieren!"

Ein Werbespruch, der auch durch häufiges Wiederholen nicht an Wahrheit gewinnt. Erstaunlich, dass immer noch Menschen darauf hereinfallen. Erhöhtes Körperfett und Übergewicht lassen sich abbauen, indem mehr Energie verbraucht wird, als man beim Essen dem Körper zuführt. Aber nicht durch Rubbeln, Schuckeln, Kneten. Also sparen Sie Ihr Geld und kaufen sich statt einer Rubbelmaschine lieber ein Paar Laufschuhe (oder besser zwei Paar. Das andere für Ihre/n Partner/in.)

8. Der "Waschbrettbauch".

Die beste Marketing-Idee seit Tiller-Girls Reklame für Nylonstrümpfe machten. Trick der Männerzeitschriften: Ziele aufbauen, die die Leser ohnehin nie erreichen. In jeder Ausgabe wieder aufs Neue. Männer neigen genetisch dazu, Übergewicht am Baum anzusetzen. Daran lässt sich nichts ändern (genau so wenig wie an der Veranlagung vieler Frauen zur Orangenhaut oder zum dicken Po). Hauptsache, Ihre Bauchmuskulatur ist gut genug in Form, um mit den Rückenmuskeln im Duett Ihre Wirbelsäule zu stützen - gegen Rückenschmerzen. Ob Sie dann auf Ihrem Bauch die Wäsche rubbeln können, ist weniger wichtig.

9. "Mit einer Stunde Tennis in der Woche halte ich mich fit!"

Schöner Irrtum. Einmal die Woche geschwitzt ist besser als keinmal. Aber ausreichend, um den verwöhnten Bundesbürgerbody zu trimmen, ist das keineswegs. Spiele wie Tennis oder Badminton haben zu lange Pausen und sind zwischendurch oft zu intensiv. Besser für den Kreislauf ist die ruhige, gleichmäßige Beanspruchung von Ausdauersportarten. Die sind außerdem kommunikativer (man kann sich mit dem Partner unterhalten und muss nicht die ganze Tennishalle zusammenschreien), finden im Freien statt (zurück zur Natur), helfen beim Abschalten, bauen Stress ab und ... und ... und.

10. "Dauerlauf macht die Gelenke kaputt!"

Das wäre natürlich schrecklich, wenn unsere Gelenke nach einer vorbestimmten Zahl von Laufkilometern ihren Dienst einstellen würden. Wir wissen aber heute, dass gerade der regelmäßige, dosierte Gebrauch die Gelenkfunktionen erhält. Gefährlich im Sport sind viele winzige und nicht ganz so winzige Verletzungen, die eben nicht beim Ausdauertraining, sondern bei den heftigeren Sportarten wie Fußball, Handball, Squash etc. auftreten. Also joggen Sie ruhig weiter, aber vernachlässigen Sie die trainingsbegleitenden Maßnahmen (Stretching, Kräftigungsübungen) nicht. Ihre Gelenke werden es Ihnen danken.

© 2002,  Sport-News - Landessportverband Schleswig-Holstein (Dr. Thomas Wessinghage)

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© 2000,  Jens Gatzenmeier

 Stand: Oktober 2007