http://www.ac-einigkeit.de

Athleten-Club Einigkeit Elmshorn von 1893 e.V.

Vereinslogo

AC Einigkeit Boxring

Der Boxsport  -  Geschichte
Die Geschichte der Boxkunst

  Startseite
  Nachrichten
  - Die blaue Ecke
  - Ringgeflüster
  Sportkalender
  Der Verein
  - Wir über uns
  - Training
  - Kontakt
  - Boxer + Erfolge
  - Mitgliedsbeitrag
  - Regelwerk
  - Vereinschronik
  Der Boxsport
  Seitenübersicht
  Suchen + finden
  Über diese Seite
zurück ]

   Die Geschichte der Boxkunst
   Historische Skizze eines Sports und seiner literarischen Rezeption

Dr. Manfred Luckas Das Kapitel wurde einer von Herrn Dr. Manfred Luckas geschriebenen Dissertation über das Boxen "als Gegenstand des literarischen Schaffens" entnommen.
Die Dissertation kann unter der Verlagsadresse http://www.dissertation.de als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Herrn Dr. Manfred Luckas danke ich für die freundliche Erlaubnis, dieses Kapitel hier veröffentlichen zu dürfen.

1. Die Geschichte der Boxkunst:
Historische Skizze eines Sports und seiner literarischen Rezeption


Früheste Zeugnisse aus Sumer und Ägypten belegen, dass der Faustkampf seit über 7000 Jahren Bestandteil der menschlichen Zivilisation ist. Seit zweieinhalbtausend Jahren ist er auch Teil der abendländischen Geschichte. Er hat sich im Laufe seiner Entwicklung nur unwesentlich verändert und stellt ein Kontinuum kämpferischer Auseinandersetzung zwischen zwei Kontrahenten1 nach bestimmten Regeln dar. Seine Präsenz und Wirkmächtigkeit ist bei aller berechtigten Kritik bis heute unbestritten.

Der Beginn des "modernen" Boxens, der sich wesentlich durch den Übergang vom Kampf mit bloßen Fäusten zum Boxen mit Handschuhen definiert, wird durch eine Zäsur2 sichtbar gemacht. Dieser Einschnitt legitimiert sich auch durch die Tatsache, dass der eigentliche Akzent dieser Arbeit auf dem 20. Jahrhundert liegt.
In diesem Zeitraum führten die zwanziger Jahre zu einer bis dahin nicht gekannten Boxeuphorie, die sich besonders in der Dichte der literarischen und kulturellen Beschäftigung mit dem Boxen manifestiert hat.

Auf welche Art und Weise sich der Boxsport von den dreißiger bis zum Ende der achtziger Jahre entwickelt hat, soll anschließend kurz ausgeführt werden. Hierbei kommen Gesichtspunkte wie die politische Vereinnahmung des Boxens in den dreißiger Jahren, der Einfluss des organisierten Verbrechens in den vierziger und fünfziger sowie das Erwachen des "schwarzen Selbstbewusstseins" in den sechziger Jahren zur Sprache.

Beendet wird dieser kurze Einblick in die Geschichte des Faustkampfes durch eine kritische Bestandsaufnahme der Situation des heutigen Boxens.

Zum besseren Verständnis der in den nachfolgenden Kapiteln immer wieder verwandten Termini werden abschließend einige wichtige Fachbegriffe des Boxens sowie die Grundzüge des Regelwerkes in komprimierter Form erläutert.

 
1 Wie besonders in Punkt 6.2 zu sehen sein wird, ist die Rolle des Boxens als reines Männerprivileg im Wandel begriffen.
2 Siehe Punkt 1.3.




1.1 Faustkampf in der Antike

Der Faustkampf gehörte seit den Frühzeiten der griechischen Antike zum festen Bestandteil der athletischen Ausbildung und wurde 688 v.u.Z. in das Programm der Olympischen Spiele aufgenommen. Zusammen mit dem Ringkampf und dem Pankration1 bildete der Faustkampf die Trias der antiken Kampfportarten, welche die agonale Grundstruktur der griechischen Gesellschaft in besonderer Form verkörperten.2

Die Grundlagen dieses "Agonalen" war das Arete-Ideal. Es beinhaltete die kriegerischen Fähigkeiten Tüchtigkeit, körperliche Leistungsfähigkeit und Kampfesmut, die durch gründliche Körperschulung erworben und im Kampf und im Wettkampf bewiesen werden mußten.3

Eindeutig offenbarte sich in dieser Form des Agon eine pädagogische Absicht, nämlich die Erziehung zu physischer Härte und dem Ignorieren von Schmerzen, die unmittelbar in die Sphäre des Kriegerischen führt. Beide Aspekte, sowohl das erzieherische Moment als auch die Affinität zu Krieg und Militär, finden sich in der modernen Auffassung vom Boxen und seiner literarischen Rezeption des öfteren wieder.4

Das antike Boxen war durch eine besondere Brutalität gekennzeichnet, da defensive Fähigkeiten und das Vermeiden von Schlägen kaum bekannt waren.5 Diesem Umstand hat auch Christoph Martin Wielandt in seinem Roman Aristipp Rechnung getragen, in dem er einen "antiken" Faustkampf schildert:

 
1 Die deutsche Übersetzung Allkampf weist auf die Tatsache hin, dass man sich hier eine Verbindung von Faust- und Ringkampf in sehr freier Form vorzustellen hat.
2 Bernhard Hieber: Der Faustkampf in der griechisch-römischen Antike. In: Ders.: Amateurboxen in der Bundesrepublik Deutschland - Historische Entwicklung und aktuelle Probleme aus ethischer Sicht, Tübingen 1989, 44ff., hier 45. Hieber gelingt eine prägnante und informative Darstellung des antiken Faustkampfes, die der einleitenden Intention dieses Kapitels entspricht. In seiner Bibliographie auf den Seiten 119ff. findet sich weiterführende Literatur zu diesem Komplex, vor allem im Kontext der antiken Olympiade. Auf eine weit umfangreichere und detailliertere Art und Weise bemächtigt sich der amerikanische Historiker Michael B. Poliakoff in seiner Studie Kampfsport in der Antike. Das Spiel um Leben und Tod, München und Zürich 1989 des Themas.
3 Bernhard Hieber: Der Faustkampf in der griechisch-römischen Antike, 45f.
4 Der gesamte Komplex des sozialen Aufstiegs, der im Laufe der Arbeit in verschiedenen Punkten zu analysieren sein wird, ist wesentlich von der Ideologie des Boxens als Charakterschulung, als "Schule fürs Leben", bestimmt. Der Zusammenhang von Boxen und Krieg ist besonders von angelsächsischen Autoren wie Ernest Hemingway und Norman Mailer immer wieder als Moment männlicher Selbstdefinition betont worden (siehe hierzu auch Kapitel 6.1).
5 Peter Brooke-Ball: The boxing album "An illustrated history, London 1992, 11: "Fighters did not know the meaning of self-defence [...] and the hapless men were simply trained to absorb punishment and hit before being hit."



Sogar das grausenhafte Schauspiel, das uns gegen die Mittagsstunde,
während die Sonne über unsren Scheiteln brannte, die kaltblütige Wuth
der Faustkämpfer gab, und der furchtbare Handschuh, womit einige
Paare neuer Eryxen und Herkulessen einander zermalmten, erfüllte
mich anfangs mit einer seltsamen Art von schauderlichem tragischem
Vergnügen [...]. Aber die Täuschung war von kurzer Dauer; und als
ich, nach einem, kaum viertelstündigen Kampf, einen der Athleten [...]
sah, so übel zugerichtet, daß keine Spur seiner vorigen Bildung in seinem
zertrümmerten Gesicht und an seinem ganzen, zu einem unförmlichen
Klumpen zusammengeschlagenen Leibe zu erkennen war, überwältigte
mich der gräßliche Anblick dermaßen, daß ich mich nicht mehr
zurückhalten konnte [...].6

Besonders gefährlich wurde die Auseinandersetzung durch das Tragen des caestus, eines ledernen, scharfkantigen Schlagriemens, der stark blutende Wunden verursachte und nicht, wie die heutigen Boxhandschuhe, eine schützende Funktion hatte.7

Aus den künstlerischen Darstellungen des Faustkampfes, die aus der griechischen Antike überliefert sind, ragt die Bronzestatue eines Faustkämpfers heraus, die 1885 unweit eines Gebäudes am Quirinal in Rom gefunden wurde. Sie befindet sich heute im Museo della Terme und hat zu einigen kunsthistorischen Kontroversen Anlass gegeben. Besonders beeindruckend ist die detaillierte und naturalistische Gestaltung des Athleten, der eindeutig Spuren einer langen und harten Boxerkarriere aufweist:
Blumenkohlohren, Schwellungen unter den Augen und eine deformierte Nase.8 Es könnte sich bei ihm um den berühmten Theagenes von Thasos handeln, der in der ersten Hälfte des 5. Jhs. v.u.Z. lebte und kämpfte.9
Dieser Meinung schließt sich auch der amerikanische Gegenwartsautor Thom Jones an, dessen Kurzgeschichtensammlung The pugilist at rest von der Gestalt des antiken Faustkämpfers geprägt ist.10 Aber schon in der Antike selbst finden sich zahl-

 
6 Christoph Martin Wielandt: Aristipp. In: Ders.: Sämmtliche Werke, Leipzig 1856, Bd. 23, II. Teil, 1ff., hier 18f.
7 Eine präzise Beschreibung des caestus findet sich bei Nikolaus Himmelmann: Herrscher und Athlet - Die Bronzen vom Quirinal, Mailand 1988, 150. Die Römer, die den Faustkampf zu einem reinen Gladiatorensport auf Leben und Tod umgestalteten, versahen den caestus mit Glasscherben, Metallnägeln etc.
8 Nikolaus Himmelmann: Herrscher und Athlet, 150.
9 Ebd., 152.
10 Thom Jones: The pugilist at rest. Stories, New York 1993. In der gleichnamigen Kurzgeschichte, die dem Band als vielbeachtetes literarisches Debüt seinen Namen gegeben hat, reflektiert der Autor in einem Exkurs auf den Seiten 17 bis 19 ausführlich über das Wesen des antiken Boxens und über die Person des Faustkämpfers. Zu dieser aktuelleren literarischen Rezeption des antiken Boxens gesellen sich auch Curzio Malaparte, der in seinem Roman Die Haut (Karlsruhe 1950), auf Seite 117 eine Szene beschreibt, in der amerikanische Soldaten während eines Einsatzes die antike Statue eines Faustkämpfers am Wegesrand entdecken, aus den Panzern aussteigen und auf dem Sockel der Statue ihre "Autogramme" verewigen sowie Budd Schulberg: The harder they fall, New York 1947, 53: "Look at Greek mythology - full of boxers. Wasn't it Hercules."



reiche literarische Zeugnisse des Faustkampfes, denen man in erster Hinsicht, außer der erwähnten Statue und einigen bildlichen Darstellungen auf Vasen, Fresken und Mosaiken, Kenntnisse über Ablauf und Art des damaligen Boxens zu verdanken hat. Dazu gehört u.a. die Ilias11 von Homer, in deren 23. Gesang im Verlauf der Kampfspiele um Patroklos folgendes zu lesen ist:

Auge in Auge packten sie sich mit wuchtigen Händen,
Prallten zusammen und trafen einander mit
dröhnenden Schlägen.
Fürchterlich klang das Knirschen der Kiefer, und
Rings aus den Gliedern
Troff der Schweiß; das sprang heran der hehre
Epeios,
Hieb und traf die Wange des Spähenden, dass er nicht
lange mehr
Aufrecht stand, ihm brachen die glänzenden Glieder
Zusammen.12

Eine ähnliche Schilderung findet sich im 22. Gedicht Theokrits.13 Hier werden die Spuren eines Kampfes wie z.B. Platzwunden, Blutspucken und ausgeschlagene Zähne drastisch beschrieben. Auch Platon war ein entschiedener Verfechter des Faustkampfes, in dem er aristokratische Tugenden verkörpert sah und für dessen härtere Durchführung er eintrat.14

In keinem Text der Antike aber findet sich der Faustkampf in so expliziter und eindringlicher Art beschrieben wie im fünften Buch der Aeneis15 von Vergil, in dem der jugendliche Held Dares den erfahrenen Kämpfer Entellus herausfordert, der am Ende siegreich bleibt:

bald mit der Rechten verdoppelnd den Schlag, bald hart mit der Linken,
ohne Ruhe und Rast [...], so schlägt mit Hieb über Hieben immer
mit beiden Fäusten der Held zuschanden den Dares [...], der mühsam
schleppt die knickenden Knie, schwanken läßt bald rechtshin den Kopf,
bald linkshin und Klumpen Blutes speit und Zähne dazu.16

 
who fought that very tough boy who grew stronger each time he was knocked down because the earth was his mother? What was his name?" "Antaeus," Beth said. "[...] Antaeus. Homer wrote a hell of piece of that fight. And Virgil covered one of the first great comebacks of a retired champ.""
11 Homer: Ilias. Deutsch von Thassilo von Scheffer, Wiesbaden 1947, 550ff.
12 Ebd., 551.
13 Siehe dazu wieder Nikolaus Himmelmann: Herrscher und Athlet, 153.
14 Ebd., 156. Platon regte an, den caestus mit Metallkugeln auszustatten.
15 Vergil: Aeneis. Hg. und übersetzt von Johannes Götte in Zusammenarbeit mit Karl Bayer, Bamberg 1958, 193ff.
16 Ebd., 199. Die gesamte Kampfbeschreibung fasziniert durch ihre Detailtreue und Zeitlosigkeit. In der Auseinandersetzung Jugend und Schnelligkeit gegen Alter und Erfahrung führt Vergil eine



Der Faustkampf in der griechischen Antike verstand sich nicht nur als Inbegriff adliger Tugenden, sondern damit verbunden auch als Kennzeichen einer respektierten Stellung in dem jeweiligen Stadtstaat: Auf diesen Umstand weist auch Norbert Elias hin:

Aber die Männer, die ihre physische Kraft, ihre Geschicklichkeit, ihren
Mut und ihre Ausdauer durch Siege bei den großen Festspielen unter
Beweis stellten [...], hatten eine gute Chance, eine wichtige soziale und
politische Position ihrer Heimatgemeinde zu erlangen - wenn sie sie
nicht schon innehatten.17

An dieser Stelle ergibt sich ein manifester Unterschied zu der heutigen gesellschaftlichen Bewertung des Boxens, welches zumeist als Auseinandersetzung zwischen Unterprivilegierten gesehen wird.

 
paradigmatische Antinomie des Boxens vor, deren Gültigkeit bis heute außer Frage steht. Auch die Fachbegriffe wie Rechte, Linke, Schlaghagel etc. zeigen die Modernität Vergils und gleichzeitig auch die Archaik des Boxens.
17 Norbert Elias: Die Genese des Sports als soziologisches Problem. In: Norbert Elias und Eric Dunning: Sport im Zivilisationsprozeß. Studien zur Figurationsanalyse, Münster 1984, 9ff., hier 30. Elias widmet sich dem antiken Faustkampf auf den Seiten 22ff. eingehend und bindet ihn in den Kontext seiner Theorie einer zivilisatorischen Entwicklung ein.



1.2 Anfänge und Entwicklungen des Boxens in England

It was not until the early part of the eighteenth century that boxing became
popular as a sport in the British Isles. Though the start of fist
fighting in England coincided with the arrival of the Romans, boxing as
we know it really got under way with the acknowledgement of James
Figg as first British heavyweight king in 1719.1

Das Boxen hatte von der Antike bis zum Ende des 17. Jh. kaum eine öffentlich wahrgenommene Bedeutung inne,2 obwohl sich in England schon früher Hinweise auf die Etymologie des Wortes box finden:

The word box in relation to the use of the hands to administer punishment
was frequently used by early English writers such as Chaucer,
Shakespeare and Jonathan Swift, in the 14th, 16th and 17th Centuries
respectively.3

Dann aber begann es sich plötzlich, unter anderem durch den oben erwähnten James Figg, schnell zu einer weit verbreiteten und beliebten Sportart zu entwickeln. Bezeichnend ist, das James Figg ein berühmter Fechtlehrer seiner Zeit war, der technische Elemente des Fechtens für das Boxen fruchtbar machte.4 Diese Entwicklung beruhte keinesfalls auf Zufall, wie ein Zitat von Bernhard Hieber belegt:

Nachdem die "Glorious Revolution" die adlige Vorherrschaft durch das Bürgertum brach
und der Adel neben politischer Macht und gesellschaftlichem
Einfluß auch Vorrechte wie das Duellieren mit dem Degen
verlor, entwickelte sich der Faustkampf zu einer überaus beliebten
Beschäftigung. Der Adlige, der bisher bei Streitigkeiten seinen Degen
einsetzte, kämpfte nun mit Nicht-Adligen "volkstümlich" mit der
Faust.5

Die Entstehung des Boxsports in dieser Zeit ist demnach als ein unmittelbarer Reflex sozialer und gesellschaftlicher Umwälzungen zu werten.

 
1 Sam Andre und Nat Fleischer: Pugilism's first heros. In: Dies.: A pictorial history of boxing, Feltham/Middlessex 1976, 8ff., hier 9.
2 Diese Tatsache zeigt, dass sich das Boxen keineswegs als archaisches Moment definieren lässt, das als "naturgemäße" Form der Auseinandersetzung immer Gültigkeit gehabt hat. Vielmehr muss ein Konsens darüber vorhanden sein, die Domestizierung von Gewalt durch ihre Überführung in ein Regelwerk zu gewährleisten.
3 Diese Beobachtung beruht auf Nachforschungen des englischen "Box-Bibliomanen" R. A. Hartley: A short history of the literature of boxing. In: Ders.: History and bibliography of boxing books. Collectors guide to the history of pugilism, Alton/Hants 1989, 5ff., hier 13.
4 Noch heute wird technisch hochentwickeltes Boxen von Experten gerne als Fechten mit der Faust bezeichnet.
5 Bernhard Hieber: Entstehung und Entwicklung des modernen Boxsports. In: Ders.: Amateurboxen in der Bundesrepublik Deutschland, 52ff., hier 53.


Härte und Brutalität bestimmten die Kämpfe dieser Ära.6 Gründe dafür waren das Boxen mit bloßen Fäusten und ein lediglich rudimentär entwickeltes Regelwerk. Ungeachtet seines offiziell noch zweifelhaften Status' fand der Faustkampf schnell eine Form von literarischer Publizität:

Many of the earliest fights were publicized by broadsheets which were
distributed in the cities, towns and villages of England. Vivid accounts
of past fights, often in verse, were written on the broadsheets which also
advertised coming attractions at fairs. Newspapers like the Gentleman's
Magazine
also reported important contests and The Times of
London, which was first published in 1785, is said to have had a surge
in sales when it first carried accounts of prize fights.7

Niemand hat den Faustkampf dieser Zeit so ausführlich und detailliert beschrieben wie Pierce Egan, dessen Boxiana man als erste Boxhistorie bezeichnen kann.8 Egan spannt den Bogen von Jack Broughton, dem Nachfolger Figgs, bis zu den Boxern seiner Tage und wird nicht müde zu betonen, dass sich im Faustkampf die wahren Tugenden eines Engländers, vor allem Mut und Ehrlichkeit, verkörpern. Als Leitfigur stellt er seinem Buch deshalb John Bull voran, eine Verkörperung des englischen "Nationalcharakters," der einem Boxer in seiner Geradlinigkeit, Hitzköpfigkeit und seinem kämpferischen Naturell gut zu Gesicht stünde:9

An Englishman will take his part
With courage prime, and noble heart;
Either forgive, or resent offence-
And bang-up in his own defence.
No sword or dagger nor deadly list-
And rise or fall but by the fist!
The battle's o'er-all made amends,
By shaking hands, becoming friends.10

 
6 Die symbolische Bedeutung des bare-knuckle-fighting als Verkörperung wahrer männlicher Härte im Gegensatz zu der verweichlichten, "feminisierten" Variante des Boxens mit Handschuhen ist ungebrochen. Die Heroisierung der bloßen Fäuste feiert in Filmen wie Fight Club von David Fincher (USA 1999) ein erstaunliches Comeback, das sich auch als Postulat aktueller Remaskulinisierungstendenzen lesen lässt.
7 Peter Brooke-Ball: The boxing album, 229.
8 Pierce Egan: Boxiana. Or sketches of ancient and modern pugilism, London 1812. Facsimile edition with introduction and index by Dennis Prestidge, Leicester 1971. Egans Boxiana genießt unter Boxfreunden- und historikern einen fast legendären Ruf, nicht zuletzt deshalb, weil ihr A. J. Liebing in The Sweet Science (London 1956), eine Hommage gewidmet hat. Die Verklärung der "guten, alten und harten Zeiten" sowie die originelle und lebendige Sprache sind sicher die Hauptgründe für die bis heute ungewöhnlich hohe Popularität des Buches.
9 Die literarische Fixierung dieser Figur ist John Arbuthnot zu verdanken, der 1712 in London eine Pamphletsammlung zu John Bull veröffentlicht hat.
10 Pierce Egan: Boxiana, 1.


In dieser Einschätzung des Boxens als Ausdruck bestimmter, nobler und "männlicher" Tugenden liegt auch seine angelsächsische Bezeichnung als Noble art begründet.

Hier begegnet ein aristokratisches Ethos wieder, das schon bei Platon in der Antike zu finden ist. In England beginnen sich zum Ende des 18. Jh. hin ebenfalls zunehmend Adlige für den Boxsport zu interessieren.11 In der Figur Lord Byrons verschmelzen die verschiedenen "Aggregatzustände" des Adligen, des Boxers, des Boxanhängers und des Schriftstellers.12 So pflegte er eine Freundschaft mit dem Champion John Jackson - eine Tradition, die sich im 20. Jh. fortsetzt.

Entsprechend zu der Bedeutung, die das Boxen in England innehatte, manifestieren sich auch im weiteren Verlauf des 19. Jh. bedeutende Zeugnisse künstlerischer Rezeption. Berühmte Maler und Karikaturisten ihrer Zeit wie William Hogarth und Thomas Rowlandson haben sich des Faustkampfes angenommen. Ein Klassiker der englischen Literatur, William Hazlitt's The fight,13 verarbeitet den 1821 ausgetragenen Kampf zwischen Bill Neate und Tom "the gasman" Hickman, und zum Ende des 19. Jh. hin wenden sich gleich zwei profilierte Autoren der Zeit dem Boxen zu: Arthur Conan Doyle mit dem Roman Rodney Stone14 und George Bernhard Shaw mit Cashel Byron's profession15, in dem "der erste Boxer der Romanliteratur"16 begegnet.

Die Präsenz einer gesellschaftlichen Akzeptanz und eines dezidierten literarischen Interesses am Boxen ist für das England des 18. und 19. Jahrhunderts nicht zu leugnen.

 
11 Bernhard Hieber: Entstehung und Entwicklung des modernen Boxsports, 57: "Man sah in ihm [dem Boxsport, d. V.] ein Mittel, den Körper zu stärken, sowie das Selbstvertrauen, das Selbstbewusstsein und den Mut zu fördern. Für die männlichen Mitglieder der Oberschicht wurde das Boxen zu einem regelmäßig betriebenen und systematisch geübten Vergnügen." Siehe hierzu auch die Darstellung von Hans Kerekesch: Die Entstehung des Boxens in England - eine sozialgeschichtliche Untersuchung des 17. - 19. Jahrhunderts, Tübingen 1986.
12 Lord Byron war trotz einer Körperbehinderung ein leidenschaftlicher Boxer. Er war so begeistert von der männlichen Kunst der Selbstverteidigung, dass er über Jahre hinweg Zeitungsausschnitte und Drucke von berühmten Boxern und ihren Kämpfen sammelte. Daraus entstand der berühmte Lord Byron's screen, ein lebendiges und wichtiges Zeitzeugnis.
13 William Hazlitt: The fight, London 1822. Norman Mailer benannte seine gleichnamige berühmte Studie zum Kampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman 1974 in Kinshasa bewusst nach dem englischen Vorbild (The fight, New York 1975). Zu William Hazlitt und dem Kampf, den er beschrieb, siehe u.a.: Sam Andre und Nat Fleischer: Pugilism's first heros, 31.
14 Arthur Conan Doyle: Rodney Stone, London 1896.
15 George Bernhard Shaw: Cashel Byron's profession, London 1979 (erstmals erschienen London 1886). Der Name des Protagonisten ist, wie die vorherigen Ausführungen verdeutlicht haben dürften, wohl kaum zufällig gewählt.
16 So jedenfalls Wolf Wondratschek: Im Wendekreis des Solarplexus. In: Ders.: Menschen Orte Fäuste. Reportagen und Stories, Zürich 1987, 41. Wondratschek setzt Cashel Byron in seinem Essay ein literarisches Denkmal.


Seine Rolle als Mutterland des Faustkampfes wurde über die Grenzen der Insel hinaus rezipiert.17 Das Interesse am Boxen vereinigte unterschiedliche soziale Schichten, wenn auch die Motive für dieses Interesse nicht unbedingt die gleichen waren.18

Ungeachtet der Tatsache, dass die Person eines Preisboxers nicht in allen Teilen der Gesellschaft auf begeisterte Zustimmung traf, ist die Einschätzung des amerikanischen Historikers Jeffrey T. Sammons zutreffend, wenn er schreibt:

In the late 1700s, when the sport in America existed only in its crudest
form, prizefighting in Britain had assumed an air of sophistication and
acceptability.19

 
17 Frühe künstlerisch-literarische Zeugnisse kontinentalen Interesses am Faustkampf in England stellen u.a. Théodore Géricaults Bild Boxeurs von 1818, der den Kampf von Tom Cribb gegen den Tom Molineaux malte und Heinrich von Kleists Anekdote Zwei Baxer dar, in der sich ein Kämpfer aus Portsmouth und sein Widerpart aus Plymouth unter gegenseitigen Komplimenten zu Tode boxen (Heinrich von Kleist: Zwei Baxer. Anekdote. In: Ders.: Werke und Briefe in vier Bänden, hg. Von Siegfried Streller, Berlin und Weimar 1978, Bd. 3, 353f. Diese Präsenz des englischen Boxens hat sich im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts zunehmend verloren. Im gleichen Maße, wie sich die Engländer der sportlichen Überlegenheit des amerikanischen Boxens beugen mussten, vollzog sich auf der literarischen Ebene ein Wandel. Das quantitative Übergewicht der amerikanischen Literatur des 20. Jh., die das Boxen zum Thema hat, ist erdrückend. Es fällt zudem auf, dass gerade der Boxsport zu einem Schauplatz gegenseitiger nationaler Ressentiments zwischen Engländern und Amerikanern geworden ist. Man lese nur eine Ausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift The Ring und ihres britischen Pendants Boxing Monthly im Vergleich.
18 Man sollte aber sicher nicht in ein naives Klischeedenken verfallen, indem man dem Adel nur ein Interesse an der Demonstration aristokratischer Tugenden konstatiert und dem "breiten Volk" entsprechend eher blutdürstige Absichten unterstellt. Sicher war aber das Fließen von Blut, wie auch heute noch, ein wichtiges Element der Massenerregung am Ring und führte zu einer bestimmten Wettpraxis, die den Namen first blood trug. Es wurde darauf gewettet, welcher Boxer als Erster blutet.
19 Jeffrey T. Sammons: Beyond the ring, 4.


1.3 Boxen in der Moderne

The modern era of boxing began on September 7, 1892. On that day in
New Orleans, Gentleman Jim Corbett knocked out legendary heavy-weight
champion John L. Sullivan in the 21st round. That brought to
an end the 10-year reign of a man who is still one of the most colourful,
and powerful, personalities in sports history. But the bout had
more significance than that, for it also ushered in the modern era of
sports.1

In der Person John L. Sullivans selbst hat sich der Wechsel vom althergebrachten zum modernen Boxen vollzogen. Einerseits kämpfte er den größten Teil seiner Karriere mit bloßen Fäusten und galt als der Prototyp der bare-knuckle-Ära.2 Andererseits aber trug er entscheidend dazu bei, das Boxen mit Handschuhen zu popularisieren.3 Der Weltmeisterschaftskampf gegen Corbett war der erste, der entsprechend diesen Neuerungen ausgetragen wurde. Die äußerlich sichtbare Entwicklung hin zu einer scheinbar domestizierteren Art des Kämpfens ging mit veränderten Anforderungen an Technik und Taktik des Boxens einher. Diesen konnte der hart schlagende, aber langsame Sullivan nicht mehr genügen.

It was a fight in which speed, youth, and scientific generalship were
pitted against bulky muscular power slowed down by age and fast living,
a gifted exponent of a new style of boxing against old traditional
slugging methods and archaic milling tactics which were doomed to
defeat.4

Das Verständnis des Boxens als Kunst bzw. Wissenschaft findet in Jim Corbett seinen ersten expliziten Vertreter. "Science replaces force"5 könnte demnach das Motto für den Übergang zum modernen Boxen lauten. Diese neue Qualität ist sicher einer der entscheidenden Gründe für die Faszination, die das Boxen nicht nur auf die Literatur des 20. Jh. ausgeübt hat.

 
1Ed Maloney: Introduction. In: The Ring Special Issue 1/1 The heavyweight champions, 4.
2Zur Geschichte des Boxens mit bloßen Fäusten sei an dieser Stelle auf eine ausgezeichnete Studie von Dennis Brailsford verwiesen: Bareknuckles. A social history of prizefighting, Cambridge 1988.
3Jeffrey T. Sammons: Beyond the ring, 7. Sammons nennt John L. Sullivan an gleicher Stelle zurecht "The father of American prizefighting". Zur Person des Boston Strongboy siehe vor allem Michael T. Isenberg: John L. Sullivan and his America, Urbana und Chicago 1994.
4Sam Andre and Nat Fleischer: A pictorial history, 69. Der Stellenwert dieser Zäsur, die schon von Zeitgenossen so empfunden wurde, dokumentiert sich bei Andre und Fleischer durch einen Umfang von 20 Seiten. Beide Boxer sind bis heute Heroen der Boxgeschichte geblieben und ihr Leben, natürlich besonders der oben erwähnte Kampf, ist mehrfach rezipiert worden. Stellvertretend unter vielen sei hier nur der Film Gentleman Jim von Raoul Walsh genannt (USA 1942).
5Sam Andre and Nat Fleischer: A pictorial history, 71.



Die zunehmende Akzeptanz gegenüber dem Boxen in seiner neuen Spielart schlug sich darin nieder, dass es 1904 erstmals in das Programm der Olympischen Spiele aufgenommen wurde. Trotzdem darf man nicht verkennen, dass der Boxsport lange Zeit von einer Aura der Unrechtmäßigkeit umgeben war. So dauerte es Jahrzehnte, bis sich das Boxen in den USA als legitime "Betätigung" durchsetzen konnte.

Despite considerable disagreement with judicial rulings by the legal
community and widespread public support for prizefighting in England,
the dominant force of American judicial opinion, especially in the
North, consistently ruled boxing to be illegal.6

Eine vergleichbare Situation kann man auch für das deutsche Kaiserreich konstatieren. Allen Widerständen zum Trotze begannen sich nach der Jahrhundertwende die ersten Boxvereine zu etablieren. Dazu gehörten u.a. der Berliner Club SC Heros 1903, der heute noch bestehende Kölner Traditionsclub SC Colonia 06 oder auch der BC Helios Aachen.

Im Jahr 1908 - als das Boxen bereits zum zweiten Mal olympisch war -
erreichten die Athleten die offizielle Legalisierung ihres Sports. Nach
einer Vorführung im Berliner Sport-Club vor dem Polizeipräsidenten
wurde das Verbot öffentlicher Wettkämpfe aufgehoben.7

Die organisatorische Formierung des Boxens war danach nicht mehr aufzuhalten. 1912 wurde der Deutsche Boxverband (DBV) gegründet, und nach 1918 nahm sich auch der Arbeiter-Atleten-Bund des Boxens an.8 Die Entwicklung des Boxens als gesellschaftlich akzeptierte Form des Kampfes zwischen zwei Männern um Geld und zur Zerstreuung des Publikums kulminierte dann sowohl in den USA als auch in Deutschland in den zwanziger Jahren.

 
6 Jeffrey T. Sammons: Beyond the ring, 5. Sammons nennt sein Kapitel über die Anfänge des Preisboxens in den Vereinigten Staaten nicht umsonst Crime or Sport (siehe 3ff.)
7 Knud Kohr und Martin Krauß: Kampftage, 31. Auf den Seiten 25ff. kann sich der interessierte Leser ein Bild von den pittoresken Anfängen des deutschen Berufsboxens machen.
8 Bernhard Hieber: Amateurboxen in der Bundesrepublik Deutschland, 59.


1.3.1 Boxen zwischen 1930 und 19901

Schon Ende der zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts zeichnete sich in Deutschland eine veränderte gesellschaftliche und politische Situation ab. Diese Tatsache spiegelt sich u.a. darin wider, dass im Berliner Sportpalast Zerstreuungen wie Boxen oder Radrennen seit 1928 bzw. 1929 zunehmend durch politische Massenveranstaltungen in den Hintergrund gedrängt wurden. Diese Tendenz nahm die weitere Entwicklung der dreißiger Jahre vorweg, die durch eine in diesem Maße vorher nicht gekannte Dominanz des Politischen gekennzeichnet war. Besonders die Vereinnahmung aller gesellschaftlichen Kräfte, darunter auch derjenigen des Sports, ist das Signum dieser Epoche. Dabei wurden die Boxer als Protagonisten eines Individualkampfsports zu Trägern kollektiver politischer Anschauungen bzw. zu Symbolen verschiedener politischer Systeme. Primo Carnera wurde zum Aushängeschild des faschistischen Italiens, Max Schmeling wurde, wenn auch ungewollt, der Vorzeigeboxer des Nationalsozialismus, und Joe Louis wurde als Repräsentant des demokratischen Amerika verstanden.2 Max Schmeling war seit der Erringung des Weltmeistertitels 1930 gegen Jack Sharkey in den USA eine boxerische Berühmtheit. Nach der Machtergreifung Hitlers wurde er allerdings in den USA mit wachsendem Misstrauen beobachtet. Der spätere Schwergewichtsweltmeister Max Baer besiegte Schmeling 1933 in einem emotionsgeladenen und verbissen geführten Kampf:

Baer was much aware of Hitler's anti-Semitism and used his own position
as champion to goad the führer, proclaiming, "Every punch I give
Schmeling is one for Adolf Hitler."3

Aber besonders die beiden Kämpfe zwischen Schmeling und Louis fanden in einer national- hysterischen Atmosphäre statt und haben sich tief in das kollektive Gedächtnis beider Nationen eingegraben.4 Die Rolle Schmelings in dieser Zeit ist ambivalent zu werten. In

 
1 Natürlich kann ein solches Kapitel nur große Zusammenhänge in Form einer tour de force durch die Boxgeschichte aufzeigen, und genau dies ist auch die Intention. Für die detaillierte Entwicklung des deutschen Profiboxens sei auch hier auf die Kampftage von Knud Kohr und Martin Krauß verwiesen. Siehe besonders 74ff.
2 Hierzu siehe vor allem Chris Mead: Champion Joe Louis: Black hero in white America, New York 1985.
3 Jeffrey T. Sammons: Beyond the ring, 105f.
4 Schmelings Sieg im ersten Kampf 1936 zog in Deutschland die wochenlange Ausstrahlung des Dokumentarfilms Schmelings Sieg - ein deutscher Sieg nach sich, und um Joe Louis' Triumph 1938 im Rückkampf ist in den USA ein regelrechter Reliquienkult entstanden. Zur Einweihung der Detroiter Hall of Fame Ende 1994 wurde der vergoldete Handschuh, mit dem Louis den K.o. - Sieg in der ersten Runde errang, in einer Vitrine gestiftet, welche die Aufschrift trug: "The glove that floored Nazi Germany". (Gefunden im Boxsport 70 (30.11.1994), 24). Zur fundierteren Lektüre sei auf Jeffrey T. Sammoms' verwiesen, der sich in Beyond the ring auf den Seiten 96ff. mit dieser Zeit und ihren Vorkommnissen auseinandersetzt.


seiner Autobiographie hat er diesbezüglich folgende selbstkritische Einschätzung formuliert:

Im nachhinein wird mir die grenzenlose Naivität deutlich, mit der ich
mich, trotz aller Erfahrungen, für Dinge verbürgte, die gänzlich
außerhalb meiner Macht lagen.5

Die politische Vereinnahmung des Sportlers Schmeling, der das Vorwort zu Ludwig Haymanns Buch Deutscher Faustkampf nicht pricefight. Boxen als Rasseproblem6 schrieb, wurde von ihm selbst immer wieder relativiert. Er verteidigte seinen jüdischen Manager Joe Jacobs gegenüber Adolf Hitler, und erst 1989 wurde die Rettung zweier jüdischer Kinder durch Schmeling im Verlauf der "Reichskristallnacht" in der Öffentlichkeit bekannt.7 Nicht nur diese Aspekte veranlassen Siegfried Gehrmann zu folgender Einschätzung:

[...] I do not wish to present Schmeling as part of an underground resistance
movement fighting against the Nazis. He was basically much
too apolitical for such a stance. But it should be clear that Schmeling as
a sportsman was anything but a symbol of the Nazi regime.8

Nach dem Krieg erlangte das Boxen in Deutschland wieder schnell ein breite Basis.9 Darüber hinaus errangen Faustkämpfer wie Heinz Neuhaus oder Conny Rux internationale Titel. Am stärksten verkörperte sich die Stimmung der fünfziger Jahre jedoch in

 
5Max Schmeling: Erinnerungen, Frankfurt a.M./Berlin/Wien 1977, 324. Im zwölften Kapitel geht Schmeling auf den Seiten 281ff. ausführlich auf seine Rolle und die Atmosphäre jener Zeit ein.
6Ludwig Haymann: Deutscher Faustkampf nicht pricefight. Boxen als Rasseproblem, München 1936. Haymann war 1928 selbst Deutscher Meister im Schwergewicht.
7Es handelte sich dabei um die beiden Söhne seines Freundes David Lewin, Henri und Werner, die er im Verlauf des Pogroms von 1938 in einem Hotel versteckte. Siehe dazu den informativen und um eine positive Würdigung Schmelings bemühten Aufsatz von Norbert Hedderich und Robert Weisbord: Max Schmeling. Righteous ring warrior? In: History Today 43 (Jan. 1993), 36ff., hier besonders 39f.
8Siegfried Gehrmann: Symbol of national resurrection: Max Schmeling, German sports idol. In: The International Journal of the History of Sport 13/1 (März 1996), 101ff., hier 112. Wie in dem Aufsatz von Hedderich und Weisbord ist auch bei Gehrmann die Absicht erkennbar, ein differenziertes und im Ansatz wohlwollendes Schmeling-Bild zu zeichnen. Die Diskussion um Schmeling und seine Rolle im Nationalsozialismus bleibt ein kontrovers diskutiertes Thema der Wissenschaft. Aktuell dazu siehe hier Hans Joachim Teichler: Max Schmeling - der Jahrhundertsportler im Dritten Reich. In: SportZeit - Sport in Geschichte, Kultur und Gesellschaft 1/1 (2001), 7 - 33.
9Siehe dazu Knud Kohr und Martin Krauß: Kampftage, 105ff., die ihrem Kapitel den unvergessenen Peter Müller voranstellen: "Wat trennste uns, do Jeck?" (105)


Gustav Scholz, der dank seiner Erfolge und seiner Erscheinung eine große Popularität genoss.10

In den Vereinigten Staaten wurde die Nachkriegszeit bis zum Ende der fünfziger Jahre zu einer "dunklen" Epoche des Boxsports. Der Einfluss des organisierten Verbrechens erschütterte nicht nur die Glaubwürdigkeit des Sports, sondern auch die einer ganzen Nation. Viele heutige Missstände des Boxens haben in dieser Zeit ihren Ursprung. Jeffrey T. Sammons bezeichnet diese Epoche als Triade von "television, monopoly, and sport"11 und konstatiert anlässlich des Kampfes Joe Louis gegen Billy Conn:

The Louis-Conn rematch marked the beginning of a profound, profitable,
but sometimes troublesome affair between boxing and the "picture
box," a relationship that eventually turned symbiotic and then parasitic,
nearly killing the host.12

Die Etablierung des neuen Mediums Fernsehen führte zu einer einschneidenden Umwandlung des Boxsports. Mit der Erschließung dieses neuen Marktes gelang es Unterweltgrößen wie Frankie Carbo und Blinky Palermo, Einfluss auf das Boxen zu gewinnen und es zu korrumpieren.13 Zudem führte der Zwang, möglichst schnell "mediengerechte" Boxer zu kreieren, zu einem Niveauverlust der Kämpfe: Der sportliche Unterbau in Form der kleinen Boxklubs, die dem Monopol des Fernsehens zum Opfer fielen, ging verloren.14

Today's fighter is primarily a slugger. The boxer, the hitter, the combination
man is gone. The sponsor does not want him. The sponsor
wants a man who'll sell his product, somebody popular and colorful.15

Die sechziger und siebziger Jahre sind von einem völlig anderen Phänomen geprägt, dessen Verkörperung einen Namen trägt: Muhammad Ali. In einer Zeit politischer Umwälzungen und großer innenpolitischer Probleme in den USA wurde er, ein Boxer, zum Symbol der Erneuerung und des erwachenden schwarzen Selbstbewusstseins.

 
10 Die Autobiographie von Bubi Scholz formuliert in ihrem Titel Der Weg aus dem Nichts, Frankfurt a.M. 1980, paradigmatisch die Selbststilisierung einer ganzen Nation.
11 Jeffrey T. Sammons: Beyond the ring, 130ff.
12 Ebd., 130.
13 Fast alle berühmten Boxer der Epoche wie Jake LaMotta, Rocky Graziano oder Ike Williams waren bzw. ließen sich in Kämpfe verwickeln, deren Ausgang vorher feststand.
14 Viele bekannte Boxer sind aus den berühmten Klubs wie St. Nicks, The Olympic oder Sunnyside Garden hervorgegangen. Die oben beschriebene Entwicklung hat sich bis heute weiter fortgesetzt. Der Ring hat sich in zwei Ausgaben durch Robert Cassidy dieses Phänomens angenommen: Where have all the fight clubs gone? (Februar 1994, 24ff.) und The death of the fight clubs. A pugilistic post-mortem (März 1994, 26f. und 60f.).
15 Charles Einstein: TV slugs the boxers. In: Harper's (Aug. 1956), 65ff., hier 65.


Civil rights and Vietnam would dominate the sixties; and the man once
known as Cassius Clay would, as Cassius X and then Muhammad Ali,
transcend his profession to become an iconoclastic symbol of that turbulent
decade - proof of Budd Schulberg's claim that "America gets the
champion it deserves."16

Ali hat bis weit in die siebziger Jahre hinein die Virulenz des gespannten Verhältnisses zwischen Schwarz und Weiß symbolisiert. Nie zuvor war das Boxen so stark als Ausdruck eines neuen ethnischen Selbstverständnisses gesehen worden, und nie zuvor wurden schwarze Boxer von der schwarzen community so kritisch auf diesen Punkt hin befragt.17

Die Welt des Faustkampfes schien nach dem Ende der Karriere von Muhammad Ali wie paralysiert. Seinem talentierten Nachfolger Larry Holmes wurde deshalb kaum Anerkennung zuteil.

Nicht zum ersten Mal, aber diesmal mit ungewohnter Konsequenz, forderten Gegner des Faustkampfes ein Verbot des Boxsports, nachdem der koreanische Boxer Duk Koo Kim 1982 nach einem Kampf gegen Ray Mancini starb.18
Eine verstärkte Begeisterung für das Boxen trat allerdings in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre ein. Einem junger Boxer mit Namen Mike Tyson gelang es, den zwischenzeitlich dreigeteilten Schwergewichtstitel wieder zu vereinigen. Seine von einer Aura der Gewalttätigkeit umgebene Persönlichkeit ließ allerdings gleichzeitig auch die kritischen Stimmen wiederaufleben.

In Deutschland begann in den sechziger Jahren der langsame Niedergang des Boxens. Als Indiz für diese Entwicklung mag man den Boxer Norbert Grupe werten, der sich selbst als "Prinz von Homburg" bezeichnete und "das Glamouröseste war, was das deutsche Profiboxen jemals hervorgebracht hat."19 Der Doping-Tod des Kölners Jupp Elze20

 
16 Jeffrey T. Sammons: Beyond the ring, 184. Sammons bezieht sich an dieser Stelle auf Budd Schulberg: China boxes of Muhammad Ali. In: Saturday Review (26.2.1972), 23.
17 Als Beleg dafür siehe Kapitel 7 in Beyond the ring von Jeffrey T. Sammons: Civil rights to rebellion to reaction, 184ff. Die problematische Rolle von Floyd Patterson, dem schwarzen Nachfolger Rocky Marcianos auf dem Weltmeisterthron ist mehrfach beleuchtet worden, u.a. von Gerald Early in seinem 1994 in Hopewell/New Jersey erschienen Essayband The culture of bruising. Essays on prizefighting, literature, and modern American culture, 46ff.
18 Dieser Zwischenfall markierte in den USA einen Tiefpunkt des Boxens. Der Kampf wurde landesweit im Fernsehen übertragen. Er zog eine intensive medizinische Kritik nach sich, u.a. von Dr. Georg Lundberg, dem Herausgeber des renommierten Journal of the American Medical Association. Er konstatierte 1983 in seinem Aufsatz Boxing should be banned in civilized countries: "The principle purpose of a boxing match is for one opponent to render the other injured, defenseless, incapacitated and unconscious." In: JAMA 249 (14.1.1983), 250.
19 Knud Kohr und Martin Krauß: Kampftage, 159.


im Jahr 1968 verstärkte noch die Krise, in der sich der deutsche Faustkampf befand und die sich weiter fortsetzen sollte. Trotz gelegentlicher Erfolge wie dem Gewinn des WM-Titels im Junior - Mittelgewicht durch Eckhard Dagge überwogen die negativen Schlagzeilen. 1977 lag der Weltergewichtler Jörg Eipel nach einem EM-Kampf in Frankreich mehrere Wochen lang im Koma, so dass der Boxsport in seiner Gesamtheit wieder in das Zentrum der öffentlichen Kritik rückte. Die achtziger Jahre schließlich brachten einen leichten Aufschwung mit sich, der vor allem mit zwei Namen im Zusammenhang stand: mit René Weller und dem immer noch aktiven Graciano Rocchigiani.21

 
20 Siehe dazu auch Kapitel 4.8 Die bösen Boxer.
21 Trotz ihres großen boxerischen Potentials waren beide Athleten im Grunde nicht dazu geeignet, ein Massenpublikum zu begeistern. René Weller galt in der Öffentlichkeit als Mann der Halbwelt, während "Rocky" sich bis zum heutigen Tag in der Rolle des enfant terrible gefällt.


1.3.2 Boxen seit den 90er Jahren

We live in an age of mediocrity, and the fight game is the perfect
reflection of that.1

Jeff Ryan, Kolumnist der Boxzeitschrift The Ring, reflektiert in seinem Artikel sowohl über das mittelmäßige sportliche Niveau des modernen Boxens als auch über dessen immer stärker sinkenden gesellschaftlichen Stellenwert. In der Tat befindet sich der Boxsport in den USA auf einem historischen Tiefpunkt, über den auch punktuelle pugilistische Höhepunkte nicht hinwegtäuschen können.

Der als Beruf betriebene Faustkampf war und ist, oft auf fragwürdige Art und Weise, an finanzielle Interessen gebunden. Diese fehlgeleitete Professionalisierung hat Konsequenzen nach sich gezogen, welche die Glaubwürdigkeit des Boxsports stark untergraben haben.

Die aktuelle Tendenz besteht darin, möglichst viele Weltmeisterschaftskämpfe stattfinden zu lassen. Die Ausdifferenzierung in 17 Gewichtsklassen und 4 Weltboxverbände kann demnach theoretisch 68 Weltmeister produzieren.2

Während der organisatorische Bereich auf nationaler Ebene mit der Einteilung in den Deutschen Boxsport-Verband (DBV) und den Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) überschaubar ist, wird die Situation bei den Weltboxverbänden immer undurchsichtiger. Zur Zeit existieren mit der WBC, der WBA und der IBF drei allgemein anerkannte, während der Status der WBO in dieser Hinsicht nicht völlig geklärt ist.3 Diese Entwicklung ist zu einem großen Teil eine Konsequenz des Einflusses, den das private Fernsehen bei der Inszenierung des Berufsboxens in den neunziger Jahren innehatte. Dabei war und ist das Missverhältnis zwischen der häufig zu konstatierenden

 
1 Jeff Ryan: The greatest column of all-time! In: The Ring, (März 1994), 18f.
2 In der Tat gibt es im Moment circa 60 verschiedene Weltmeister, da es in einigen wenigen Gewichtsklassen einen Titelträger mehrerer Verbände gibt. Generell werden diese sogenannten unification matches aber vermieden, da sie zwar hochklassiges Boxen bieten, aber die Anzahl potentieller Weltmeister reduzieren. Selbst echten Boxfreunden ist nur ein Bruchteil der aktuellen Titelträger geläufig. Noch vor ca. 30 Jahren existierte das, was viele als wirklichen Gradmesser für Leistung und Niveau ansehen: Die acht elementaren Gewichtsklassen (Schwer-, Leichtschwer-, Mittel-,Welter-, Leicht-, Feder-, Bantam- und Fliegengewicht) mit nur jeweils einem Weltmeister in jeder Klasse. Siehe dazu als einen Beleg unter vielen: The Ring Ratings, November 1959. In: The Ring, Juni 1995, 87.
3 Zudem haben sich mittlerweile noch eine Unzahl weiterer Boxverbände gebildet, die in relativer Anonymität Weltmeister produzieren. Davon ist die in England ansässige WBU wohl die seriöseste und dabei, als fünfter Weltverband akzeptiert zu werden.


sportlichen Mittelmäßigkeit und der unangemessenen medialen Präsenz offensichtlich.4 Auf dieses Phänomen rekurriert Jeff Ryan, der in diesem Zusammenhang gegen die Allgegenwart des Wortes great polemisiert:

Today's sports media is just dying to be a part of something important.
Writers hate to admit it, but many of them suffer an inferiority complex,
tormented by the idea that they are, after all, just sportswriters.
They'll never cover a war in Bosnia, so they overemphasize the importance
of being on the front lines in the Orange Bowl or SkyDome or
Caesars Palace.5


Die evidente Krise des Boxens findet sich auch im Amateurbereich wieder. Hier ist nicht nur ein sinkendes Zuschauerinteresse zu beobachten, sondern auch die permanente Infragestellung des Boxens als olympische Sportart.6

All diesen Tatsachen zum Trotze befand sich das Deutschland der neunziger Jahre lange Zeit in einem Zustand der Boxeuphorie,7 der vorher nur mit den Namen Max Schmeling und Bubi Scholz in Verbindung gebracht wurde. Nach einer fast 25-jährigen "Agonie" des professionellen Boxens, seiner Stigmatisierung als Rotlichtvergnügen8 und einer Existenz im völligen sozialen Abseits, hat sich seit der deutschen Wiedervereinigung ein Wandel vollzogen. Ausgelöst durch den ehemaligen Weltmeister Henry Maske, dem in-

 
4 Siehe dazu "Boxen pur würde nicht mehr funktionieren" - Wie im Privatfernsehen aus dem Teufelswerk ein himmlisches Vergnügen wird. In: Birk Meinhardt: Boxen in Deutschland, Hamburg 1996, 51ff.
5 Jeff Ryan: The greatest column, 19.
6 Seit einigen Jahren wird darüber nachgedacht, ob sich der Boxsport noch mit dem "olympischen Gedanken" in Einklang bringen lässt. Gründe dafür sind in erster Linie die Angst vor Verletzungen, die bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona in ein fast hysterisches Vorsichtsdenken ausgeartet sind, sowie die Ausschreitungen und Manipulationen bei den Spielen 1988 in Seoul. Der aktuelle Stand der Diskussion ist jeweils präzise und informativ in dem deutschen Fachmagazin Boxsport nachzulesen. Um eine noch stärkere Abgrenzung zum professionellen Boxen zu artikulieren, ist die Bezeichnung Olympic Style Boxen eingeführt worden, die ein Fortbestehen als olympische Sportart suggeriert.
7 Zumindest in der Zeit zwischen 1993 und 1996. Seit Henry Maske seine Karriere beendet hat, sind die rückläufigen Tendenzen nicht zu übersehen. Krampfhafte Versuche, geeignete Nachfolger aufzubauen, scheiterten zuerst. Der Schwergewichtler Axel Schulz, in WM-Kämpfen dreimal unterlegen und seit einiger Zeit im Ruhestand, hat sich immerhin einen Status als gesamtdeutscher Sympathieträger erkämpft. Mittlerweile hat sich Sven Ottke als beliebter und erfolgreicher Faustkämpfer etabliert, dessen Fights von der ARD übertragen werden und so ein großes Publikum erreichen.
8 "Boxen war böse, Boxen war nuttig, Boxen war richtig uninteressant." So formuliert es die erstmals im Mai 1995 erschienene und bald darauf wieder eingestellte Zeitschrift, die als Produkt der ersten Boxbegeisterung der 90er Jahre gelten darf, Boxen and more, auf Seite 17.


zwischen andere gefolgt sind,9 hat das Boxen einen Status erlangt, der zumindest eine partielle Neubewertung dieses Sports nach sich gezogen hat:

Es ist chic und liegt im Trend, sich beim Boxen sehen zu lassen, die Arena,
in der Schweiß und Blut fließt [sic!], als Ort des gesellschaftlichen Come-Togethers.10

Für die Relativierung des in der Öffentlichkeit lange gültigen Boxerklischees haben in den letzten Jahren nicht zuletzt die aus der Ukraine stammenden Brüder Wladimir und Vitali Klitschko gesorgt. Die beiden Schwergewichtler, die bei dem deutschen Box-Promoter Klaus-Peter Kohl aus Hamburg unter Vertrag stehen, sind nicht nur im Ring erfolgreich, sondern als promovierte Sportwissenschaftler auch Botschafter einer artikulierten und intelligenten Boxwelt, die sich ausgezeichnet vermarkten lässt. Ihre Existenz

ist in gewisser Hinsicht ein Beleg dafür, dass die deutsche
Berufsboxerszene nach dem Maske-Boom und zu Beginn
des neuen Jahrzehnts stabil ist und alle gesellschaftlichen
Schichten repräsentiert.11

Bezeichnend für die neuen Entwicklungen in den letzten Jahren sind auch Aufstieg und Akzeptanzgewinn des Frauenboxens, das mit Regina Halmich eine ähnlich erfolgreiche und medienwirksame Gallionsfigur hervorgebracht hat wie es bei den Männern Henry Maske war. Ihre konstant guten Leistungen haben nicht nur viele Skeptiker des Frauenboxens überzeugt, sondern auch den Weg für andere Kämpferinnen wie z.B. Daisy Lang geebnet, so dass die Basis für einen weiteren positiven Verlauf des weiblichen Faustkampfes gesichert scheint.12

 
9Hier sind Boxer wie Ralf Rocchigiani, Norbert Nieroba und Markus Beyer, vor allem aber Dariusz Michalczewski und Sven Ottke zu nennen, die alle Titel in diversen Boxverbänden errungen haben.
10Michael Pfad: Editorial. In: Boxen and more, 3.
11Knud Kohr und Martin Krauß: Kampftage, 225.
12Siehe dazu mehr in Kapitel 6.2 zum Frauenboxen.


nach oben zum Seitenanfang

© 2000,  Jens Gatzenmeier

 Stand: Oktober 2007