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Athleten-Club Einigkeit Elmshorn von 1893 e.V.

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     Die Wiege des Amateurboxsportes
Seeleute, jene weitgereisten Janmaaten die Hamburg, das deutsche Tor zur Welt besuchten, sollen "Schuld" daran sein, daß der Amateurboxsport zu Beginn des Jahrhunderts seinen Einzug in Deutschland hielt. So ist es auch zu erklären, daß es bereits vor dem ersten Weltkrieg in Hamburg Boxmeisterschaften gab, ausgerichtet vom Schwer- und Leichtathletik- Verband von Norddeutschland 1905, Sitz Hamburg. Paul Stephan, unvergessener Senior des deutschen Amateurboxsports, zeichnete für diese Veranstaltung - Heben, Ringen, Jonglieren, Leichtathletik, Tauziehen und Boxmeisterschaften standen auf dem Programm - verantwortlich. Austragungsort war der Lunapark.

Waren diese Boxmeisterschaften auch nur von lokaler Besetzung, so folgten 1912 und 1915 "Deutsche Boxmeisterschaften" im Curio-Haus. Unser Sportfreund vom BC Heros, Hans Fittje. war 1912 Teilnehmer im Sondergewicht. Er selbst wog 118 Pfund. Die Besetzung dieser Meisterschaften war international. Die Janmaaten, die mit ihren Schiffen im Hamburger Hafen lagen, wollten die Meisterwürde in die Welt hinaustragen. Trainiert wurde damals in folgenden Vereinen: Hamburger Boxing-Club, Germania-Ruder-Club, Hamburg-Altonaer Box-Club, Hohenfelder Sport-Club von 1906, Eimsbütteler Turnverband e.V., Hamburg-St. Pauli Turnverein, Uhlenhorster Hockey-Club, S.C. Roland von 1887, Verein für Herrensport von 1910 e.V. und verschiedene wilde Trainingsstätten die Eintrittsgeld erhoben. Der B.C. "Sporting Man" von 1914 ist der heutige BC Sportmann und immer noch ein gewichtiges Mitglied des HABV.

1919, also nach dem ersten Weltkrieg wurde emsig an den Aufbau im Amateurboxsport gearbeitet. Vereine wie Condor, Sparta, Hermes, Sportmann und Polizei haben beachtliche Erfolge zu verzeichnen und Kämpfer mit Namen hervorgebracht. Der erste Deutsche Meister war Friedemann für den BC Sportmann. Eine erfolgreiche Verteidigung dieses Meistergürtels blieb ihm 1921 in Hamburg versagt aber Leonhard Mandlar´s Geleitwort zu den Meisterschaften: "Vorwärts immer! Rückwärts nimmer!" blieb für Hamburg richtungsweisend.

In einer Gaststätte auf St. Pauli, am Paulinenplatz, war bereits 1921 der Hamburger Amateur-Box-Verband gegründet worden. Aus seinen Reihen gingen bekannte Kämpfer und Funktionäre hervor, die auch heute noch aktiv sind. Unvergesslich unser Paul Stephan und dann Namen wie Nöldecke, Ohlhaver, Riedel, Drecke, Ropers und Gerloff, die jetzt nicht mehr amtieren oder nicht mehr unter uns weilen. Hermann Krause als Nachfolger unseres P. Stephan sowie Otto Möller, Karl Peper die noch immer mitmachen. Wenn schon die Funktionäre genannt werden, so müssen auch ein paar Kämpfer folgen: Julow, Pourlinski, Blödorn, Schikowski und Stahl. Bis zu 1930 Eckardt, Lenkheit, Rieke, Kruse, Koch, Rehn, Sahm, Schönduwe u.s.w. Auch von diesen amtieren Heute noch Verschiedene.

Jahre wechselvoller Geschichte, in der der Sport im seilumspannten Viereck sich zu mausern begann, folgten. Sie brachten Höhen und Tiefen und schließlich die Zeit, die auch heute immer noch, was den reinen Leistungsstand im Boxen anbelangt, von den Hamburgern angestrebt wird, die 30er Jahre. Namen wie Archie Graf, Werner Kirsche, Herbert Nürnberg, Ferdie Reschke, Addie Baumgarten, Kuddl Schmidt, Richard Grupe, Hein ten Hoff und Heinz Schrandt, sind auch heute noch unvergessen. Ja, es kam der Tag, an dem sich die deutsche Nationalstaffel der Hamburger Auswahl beugen mußte und Hamburg 1944 anschließend bei den Deutschen Meisterschaften in Breslau eine ganze Mannschaft in der Endrunde hatte. Der Krieg endete, jeder Landesverband mußte seine Opfer beklagen. Resignation nach dem Zusammenbruch konnte es in Hamburg nicht geben. Vorsorglich haben wir hier alles im Kriege zusammen gehalten und im Hochbunker trainiert. Unvergessliche Helfer waren Franz Mück, Adolf Pandtke und Karl Peper. Aus diesem Grunde konnte der Impuls zum Wiederaufbau des Amateurboxsportes in Deutschland von Hamburg aus gehen.

Aus eigener Tasche mußten Unkosten getragen werden, aber trotzdem bestand 1946, dank dem unermüdlichen Karl Peper und Ernst Kopf, der Fachausschuß für Amateurboxen britische Zone. Von Jahr zu Jahr wurde es leichter. 1948 gab es wieder die deutschen Meisterschaften, aber offensichtlich hatten die Hamburger alle Energien in den Wiederaufbau gesteckt, denn zählbare Erfolge blieben aus.

Erst nach und nach konnte Hamburg seine alte Stellung im Boxsport wieder erringen und die Gebrüder Janssen, Westphal, Oldenburg, Schwarz, Wohlers, Schönberg, Meinhardt und Goschka gehörten oft zu den "Auserwählten" des DABV. Nicht nur die Meistertitel, vor allem die Aufnahme sportlicher Kontakte nach dem Kriege, machen die Hamburger besonders stolz. Als man die Sportler noch mit politischen Funktionären der 1ooo Jahre zu identifizieren versuchte, wurden bereits von Hamburg aus die ersten Fühler nach den nordischen Ländern ausgestreckt.

Heute gibt es kaum ein Land in Europa, das nach dem Kriege noch keinen Hamburger Boxer gesehen hat. Viele Gegenbesuche waren die Folge und auch bei Länderkämpfen fühlten sich die Gäste in den Mauern der Hansestadt wohl.

40 Jahre eines Landesverbandes sind scheinbar wenig, vor allem, wenn noch heute einige der Gründer ungebrochenen Mutes dabei sind. Sie mit ihrer Erfahrung, die Jungen mit ihrem Elan und vor allem der gute Kontakt zwischen den Vereinen und Verband haben dem Amateurboxsport in Hamburg eine feste Basis geschaffen.

Rein zahlenmäßig hat der HABV einen Höhepunkt erreicht. Die Leistungen der Aktiven können sich sehen lassen, die Funktionäre sind emsig tätig bis in den Spitzen des DABV und das Verbandsschiff hat bisher, vor allem in den letzten 10 Jahren, auch ein wenig vom Wirtschaftswunder profitiert, so daß auch eine gesunde finanzielle Beruhigung gegeben ist, als eine der Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit.

Der Wunsch des HABV ist, daß der Jüngling DABV, was sind schon 40 Jahre im Sport (!!) noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht hat. Die "Alten Hasen" noch lange mit ihrer Erfahrung dabei sein mögen und daß das Wort unseres "Leomas" - "Vorwärts immer!! Rückwärts nimmer!!" auch für die nächsten Jahrzehnte der Wahlspruch bleiben möge.


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© 2000,  Jens Gatzenmeier

 Stand: Oktober 2007