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     Erstmals deutsche Boxmeisterschaften
Vor 37 Jahren
Erstmals deutsche Boxmeisterschaften
Hamburg sah die ersten Titelkämpfe - Gewichtsklassen mit eigenen Bezeichnungen

Wenn man den hohen Leistungsstandard des deutschen Boxsports betrachtet, den dieser vor einigen Jahren erreicht hatte, so erscheint es kaum möglich, daß dieser so beliebte Sport in Deutschland erst eine verhältnismäßig kurze Entwicklungsperiode zu verzeichnen hat. Aber das Boxen war bis zum Ende des ersten Weltkrieges in Deutschland polizeilich verboten, und alle Versuche, unter Hinweis auf den Wert dieses männlichen Sports das Verbot zu beseitigen, schlugen fehl. Als man um die Jahrhundertwende begann, das Boxen in Deutschland einzuführen, hatte sich ein bedauerlicher Unglücksfall ereignet, der den Anlaß zum Polizeiverbot gab. Bis zum Jahre 1918 blieb dann dieses Verbot bestehen und wurde, mit Ausnahme der Hansestädte, auch streng durchgeführt. Eine freie Entwicklung jedoch war dadurch unmöglich gemacht. Die einzige Konzession, die man vor 1914 den ersten Pionieren des Boxsports in Deutschland machte, war die Zulassung von Boxkämpfen in geschlossenen Gesellschaften. So kam nur ein kleiner Kreis mit dem Sport in Berührung, und unter diesen Verhältnissen war natürlich an eine Verbreitung nicht zu denken.

Trotzdem fanden sich schon im Jahre 1912 in Hamburg einige begeisterte Boxsportfreunde zusammen, die entschlossen waren, ganze Arbeit zu leisten. Man schrieb die ersten deutschen Boxmeisterschaften aus und benutzte diese Gelegenheit gleich zur Schaffung eines "Deutschen Boxsport-Verbandes". Die Titelkämpfe, die Mitte Dezember 1912 gestartet wurden, hatten immerhin 29 Teilnehmer gefunden, und da sich neben Hamburger Bewerbern auch solche aus den anderen Gegenden Deutschlands eingestellt hatten, konnte man schon von deutschen Meisterschaften sprechen. Titel wurden in sieben Gewichtsklassen vergeben, während eine Schwergewichtsmeisterschaft nicht zustande kam.

Das reichhaltige Programm mit der verlockenden Ankündigung: "Deutsche Amateur-Boxmeisterschaften im Boxen und Internationale Amateur-Boxkämpfe" begann am 15. Dezember 1912 im Curiohaus an der Rothenbaumchaussee, vormittags um 10 Uhr, mit den Vor- und Zwischenkämpfen, während am gleichen Sonntag, nachmittags um 5 Uhr, die Endkämpfe gestartet wurden. Die internationalen Kämpfe umrahmten zwischen den Meisterschaftskämpfen das Programm, und Boxer aus Dänemark, Rumänien und Brasilien zeigten ihr Können. Den Abschluß des Turniers bildete dann ein außerhalb der Meisterschaft laufender Schwergewichtskampf. Die ermittelten Meister erhielten eine goldene Meisterschaftsmedaille, und eine ebensolche in Silber sollte den jeweils zweiten seiner Klasse trösten. Die Gewinner der "Internationalen Kämpfe" mußten sich mit einem Ehrenpreis begnügen, der vom Veranstalter, dem "Hamburger Boxing Club" (Verein für Herrenboxsport) gestiftet wurde.

Kapitzke


Für die einzelnen Gewichtsklassen hatte man vor 37 Jahren noch seine eigenen Bezeichnungen, und die Sieger der Endkämpfe, die am 15. Dezember 1912 stattfanden, waren:

Mindergewicht (bis 105 Pfund): Hauschke (Stettin),
Federgewicht (105 bis 115 Pfund): Jörn (Hamburg),
Sondergewicht (115 bis 125 Pfund): Kapitzke (Berlin),
Leichtgewicht (125 bis 135 Pfund): Schmidtke (Hamburg),
Zwischengewicht (135 bis 145 Pfund): Heß (Hamburg),
Mittelgewicht (145 bis 158 Pfund): Sorge (Hamburg),
Halbschwergewicht (158 bis 168 Pfund): Turner (Hamburg).

Das waren also die ersten deutschen Amateurmeister im Boxen. Dem neugegründeten Deutschen Boxverband war jedoch eine größere Tätigkeit nicht möglich, da das Polizeiverbot überall die Bewegungsfreiheit hemmte. Und so kam es dann, daß der Verband im Jahre 1914 wieder von der Bildfläche verschwand. Erst mit dem Ende des ersten Weltkrieges fiel das längst überholte Polizeiverbot, und von 1919 an konnte sich der Boxsport endlich frei entwickeln. Berufsboxer und Amateure wetteiferten in der Werbearbeit, und vor allem die schnell eintretenden bedeutenden Erfolge sorgten für eine ständig anwachsende deutsche Sportgemeinde. Unsere Amateure verzeichneten eindrucksvolle Siege bei Europa-Meisterschaften, auf den Olympischen Boxturnieren und in den Länderkämpfen; und aus dem Lager der Berufsboxer mochten Könner wie Breitensträter, Prenzel, Naujocks, der verstorbene Samson-Körner, Diener, Neusel, Heuser, Eder, und vor allem Max Schmeling den Boxsport außerordentlich populär. Längst zählt der Boxsport zu den beliebtesten Sportarten, und besonders die Herzen unserer Jugend haben sich diesem männlichen Sport nicht verschließen können.

Hedler



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© 2000,  Jens Gatzenmeier

 Stand: Oktober 2007