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Athleten-Club Einigkeit Elmshorn von 1893 e.V.

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     Alte Wettkampfregeln

Hier finden Sie die frühen Wettkampfregeln in der mir vorliegenden ältesten Fassung (ca. 1920).
Die "London Prize Ring Rules" wurden 1838 als Nachfolger der Broughton Rules veröffentlicht.
John Sholto Douglas, der neunte Marquess of Queensberry, und John Graham Chambers stellten 1867 die "Queensberry Rules" auf.
Die "Boxregeln der Amateur-Athletic-Union" (AAU) sind die ältesten Bestimmungen eines Amateurbox-Verbandes. Der Einfluss der "Queensberry Rules" ist hier gut zu erkennen.


     London Prize Ring Rules

     Übersetzung von K. Pfeiffer


  1.  Der Ring ist an den Seiten 24 Fuß lang und besteht aus acht Stäben und Seilen, welch letztere sich in doppelter Linie hinziehen; die oberste Linie ist vier, die unterste zwei Fuß vom Boden entfernt. In der Mitte des Ringes ist eine Stelle bezeichnet, welche "scratch" (Ritz, Schramme) heißt.


  2.  Jeder Kämpfer wird im Ring von zwei Sekundanten und einem Flaschenhalter bedient.
Nach dem Händeschütteln müssen sich die Gegner zurückziehen, bis die Sekundanten über die Wahl der Stellung beraten haben. Der Gewinner wählt später seinen Ruheplatz je nach Wind oder Sonne, der Verlierer in der diagonal entgegengesetzten Ecke.


  3.  Jeder Kämpfer hat ein Taschentuch von einer Farbe, die ihm angenehm ist, mitzubringen. Die Sekundanten befestigen diese Taschentücher am oberen Ende zweier Mittelpfähle.
Diese Taschentücher heißen "Farben" und der Gewinner erhält sie als Siegestrophäe.


  4.  Die Sekundanten wählen zwei Sachverständige, welche den Verlauf des Kampfes beobachten und jeden Verstoß gegen die Regeln beachten.
Diese Sachverständigen wählen einen Schiedsrichter, welcher alle Streitigkeiten regelt. Die Entscheidung dieses Schiedsrichters ist für jede Partei bindend, ob sie nun auf Streitigkeiten oder auf den Kampf sich bezieht. Dieser Funktionär erhält 5 % der Einsätze. Keine Bezahlung erhält er, wenn einer der Kämpfer aufgibt oder man seiner nicht bedarf.
Die Sachverständigen müssen Uhren haben und abwechselnd die Zeit ausrufen. Der Schiedsrichter soll seine Meinung erst äußern, wenn er von den Sachverständigen darum gefragt wird.


  5.  Wird, wenn die Kämpfer ausgezogen sind, irgendeine Ungehörigkeit an ihren Unterhosen gefunden, so haben die Sachverständigen zu bestimmen, welche Änderungen getroffen werden sollen.


  6.  Die Nägel in den Schuhen der Kämpfer dürfen die Anzahl drei nicht übersteigen, nicht länger als 3/8 Zoll und nicht breiter als 1/8 Zoll sein. Zwei befinden sich im letzten Teil der Sohle und einer im Absatz.
Hat ein Mann andere Schuhe, so muß er entweder die verbotenen Nägel entfernen, oder für andere Schuhe sorgen, sonst verliert er die Einsätze.


  7.  Beide Männer werden bei Beginn zu demjenigen Teil des scratch geführt, der vorher bestimmt wurde; wenn dann die Männer sich die Hände geschüttelt haben, so müssen die Sekundanten den Ring verlassen, bis die Runde beendet ist, und dürfen sich ihren Prinzipalen während der Runden unter keinen Umständen nähern ohne Erlaubnis des Schiedsrichters. Die zuwiderhandelnde Partei verliert den Kampf.


  8.  Liegt am Ende der Runde einer oder beide Kämpfer am Boden, so tragen ihn die Sekundanten, nachdem sie den Ring betreten haben, in seine Ecke und gewähren ihm hier den nötigen Beistand, woran sie niemend hindern darf.


  9.  Nach 30 Sekunden ruft dann der bestimmte Sachverständige "Zeit", worauf jeder Kämpfer sich von dem Knie des Sekundanten erheben und ohne Hilfe an seine Seite des "scratch" schreiten muß; die Sekundanten verlassen sofort den Ring. Bleibt einer länger als acht Sekunden, so verliert sein Prinzipal; ebenso verliert derjenige Kämpfer der nicht binnen acht Sekunden am "scratch" steht.


  10.  Wenn während des Kampfes ein unberufener den Ring betritt oder die Seile weggenommen werden, so darf der Schiedsrichter demjenigen, den er für den Besten hält, den Sieg zusprechen.


  11.  Die Sekundanten dürfen den Gegner ihres Prinzipals nicht belästigen.


  12.  Verletzen die Sekundanten bei ihrer Hilfeleistung im Ring den Gegner ihres Prinzipals, so verliert dieser letztere den Kampf.


  13.  Wirft sich einer zu Boden, ohne einen Schlag zu erhalten haben, ob vorher Schläge ausgetauscht wurden oder nicht, so verliert er den Kampf, außer er schlüpft in enger Umfassung nach unten oder er sinkt aus Schwäche.


  14.  Wer mit dem Kopf stößt, verliert.


  15.  Einen Mann zu schlagen, der am Boden ist, ist verboten. Ein Mann, mit einer Hand und einem Knie am Boden, wird als unten betrachtet; ebenso wenn er mit beiden Knien auf dem Boden ruht. Auch darf dieser Mann nicht selbst schlagen.


  16.  Unter den Gürtel zu fassen oder zu stoßen, ist verboten.


  17.  Zerren, beißen usw. ist verboten.


  18.  Treten oder mit den Knien auf den liegenden Gegner fallen, ist verboten.


  19.  Alle Wetten werden bezahlt, wenn das Kampfgeld ausgehändigt ist.


  20.  Schiedsrichter und Sachverständige befinden sich vor den Mittelstäben außerhalb des Ringes.


  21.  Der Verwalter des Einsatzgeldes muß genau Tag und Ort bestimmen, an welchem das Kampfgeld ausbezahlt wird, und hat keine Verpflichtung, dem Schiedsrichter zu gehorchen.


  22.  Wird der Kampf von der Polizei oder bei Einbruch der Dunkelheit abgebrochen, so kann der Schiedsrichter, oder wenn kein solcher ernannt wurde, der Einsatzverwalter Ort und Zeit der Fortsetzung bestimmen, welche so nahe und bald als möglich sein sollen.


  23.  Wird der Kampf nicht entschieden, so bleiben die Wetten nur dann bestehen, wenn die Entscheidung in derselben Woche, zwischen Sonntag und Sonntag erfolgt, auch der Schiedsrichter behält dann sein Amt. Andernfalls werden die Wetten zurückgezogen.


  24.  Wer ohne Erlaubnis des Schiedsrichters den Ring verläßt, verliert.


  25.  Schiedsrichter und Sachverständige sollen immer nahe beieinander stehen. Wird das Wort "foul" (unfair) ausgesprochen, so ist der Kampf zu Ende.


  26.  Nur wenn einer unwillkürlich aus dem Ring herausgezwängt wird, hat er den Kampf nicht verloren.


  27.  Das Halten von harten Gegenständen in der Hand, wie Steine, ein Stück eines Stockes ist verboten.


  28.  Ein Mann, der mit dem Nacken über die Seile hängt, wird als liegend betrachtet.
Wer seinen Gegner an den Seilen oder Stäben Schmerz zu bereiten versucht, verliert.


  29.  Diese Regeln müssen immer soviel als möglich beachtet werden.


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     Marquis of Queensberry Rules

     Übersetzung von Viktor Silberer


  1.  Jeder Kampf soll in einem quadratischen Raume (Ring) von 22 Fuß (= 6,70 m) Länge und Breite abgehalten werden. Dieser Raum (Ring) wird durch acht vertikale Pfosten, durch welche horizontal in einem gegenseitigen Abstand von je einem Fuß (=30 cm) drei Stricke von je einem Zoll Durchmesser laufen, abgesteckt. Der unterste Strick soll zwei, der oberste also 4 Fuß vom Boden entfernt sein. Genau in die Mitte dieses Raumes wird ein Kreis mit einem Durchmesser von drei Fuß eingezeichnet ("Center") und in diesem Kreis hat jeder Faustkampf zu beginnen.


  2.  Jeder der beiden Kämpfer darf einen Sekundanten mit in den Ring bringen. Die Sekundanten müssen während des Verlaufes des Faustkampfes in den ihnen angewiesenen, diagonal gegenüberliegenden Ecken verbleiben und dürfen keinerlei Ratschläge erteilen, noch überhaupt an die Kämpfer das Wort richten. Eine Verletzung dieser Bestimmung kann vom Unparteiischen mit Ausschluß des Schuldigen vom Ringe geahndet werden. Während der Ruhepausen ist jedem Kämpfer der Gebrauch eines leichten Sessels verstattet, der während der Dauer des Boxens außerhalb des Ringes unterzubringen ist.


  3.  Das Ringen (wrestling), Umfassen (clinching), Ansichdrücken (hugging), Stoßen (butting) ist verpönt, ebenso der Gebrauch der Innenseite der Hand. Überhaupt darf der Gegner nur durch offenes und mannhaftes Boxen verletzt werden. Kein Kämpfer darf, nur behufs Ausrastung oder Vermeidung von Stößen, sich zu Boden legen; liegt er aber darauf oder auch nur auf einem oder beiden Knien, so darf er nicht berührt werden. Kein Stoß darf unter dem Gürtel, welcher um die Taille eines jeden Kämpfers geschlungen ist, auftreffen.


  4.  Die Handschuhe dürfen nicht weniger als je 5 Unzen (10 Lot) wiegen. Sie müssen aus weichem dünnen Handschuhleder hergestellt und derartig mit Roßhaar gefüttert sein, daß die stärkste Lage des Roßhaars über den Knöcheln verteilt ist. Nur ganz leichte Schuhe sind an den Füßen erlaubt.


  5.  Die einzelnen Runden sollen je 3 Minuten dauern, ihre Zahl wird über gemeinsames Übereinkommen bestimmt, soll aber 8 nicht überschreiten, und nach jeder Runde hat eine Pause in der Dauer von 1 Minute einzutreten.


  6.  Wenn ein Handschuh reißt oder von der Hand fällt, so muß er sofort, gegebenenfalls durch einen neuen, ersetzt werden. Jedes Zurichten der Handschuhe etwa in der Weise, daß das Roßhaar von den Knöcheln entfernt wird, ist ausgeschlossen.


  7.  Wird einer der Kämpfer niedergestoßen, oder fällt er durch einen Zufall zu Boden, so hat er sich binnen 12 Sekunden wieder zu erheben, wobei die Unterstützung seines Sekundanten gestattet ist. Wenn er binnen dieser Zeit nicht in der Mitte des Ringes (center) erscheint, so erkennt der Unparteiische seinem Gegner den Sieg zu.


  8.  Wenn einer der Gegner gegen die Stricke gedrängt wird, so daß er in eine Lage kommt, in welcher er sich nicht weiter verteidigen kann, so ist es die Pflicht des Unparteiischen, beide Kämpfer wieder in die Mitte zu beordern.


  9.  Zuschauer dürfen nicht näher als 5 Fuß (= 1 1/2 m) von der Umfriedung des Ringes postiert sein.


  10.  Ein verantwortlicher "Timekeeper" muß bei jedem Faustkampf fungieren und mit einer verläßlichen Uhr versehen sein.


  11.  Zwischen den Gegnern soll kein Groll bestehen, und die Gepflogenheit, vor und nach dem Kampfe sich die Hände zu schütteln, soll stets beobachtet werden.


  12.  Ein ehrlicher und sachverständiger Unparteiischer (referee), welcher mit den Regeln vertraut ist, soll gewählt werden, und seine Anordnungen sollen ohne Widerrede befolgt, seine Entscheidungen als endgültig angesehen werden.


  13.  Damit die Schaustellungen kunstmäßigen Faustkampfes sich in ruhiger und erfreulicher Weise abspielen, soll der Unparteiische alle Anwesenden ermahnen, sich während des Fortganges der Feindseligkeiten jeder lauten Beifalls- und Mißfallsbezeugung zu enthalten.


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     Boxregeln der Amateur-Athletic-Union

     Übersetzung von Dr. Luerssen


  1.  In jedem offenen Wettbewerb soll der Kampfplatz nicht weniger als 16 Fuß (= 4,88 m) und nicht mehr als 24 Fuß (= 7,32 m) im Geviert messen und soll von 8 Pfählen begrenzt sein, die durch zwei Seile - das obere 4 Fuß (= 1,22 m), das untere 2 Fuß (= 0,61 m) vom Erdboden entfernt - miteinander verbunden werden.


  2.  Die Bewerber sollen in vorgeschriebener Athletenkleidung kämpfen, in Schuhen ohne Stacheln oder in Socken, und sollen Handschuhe von nicht mehr als 8 Unzen (= 186 g) Gewicht benutzen.


  3.  Die Gewichtsklassen sollen sein:
Bantam ("Bantam") 105 lbs = 47,628 und darunter.
Feder ("Feather") bis 115 lbs = 52,164 kg.
Leicht ("Light") bis 135 lbs = 61,236 kg.
Welter ("Welter") bis 145 lbs = 65,772 kg.
Mittel ("Middle") bis 158 lbs = 71,669 kg.
Schwer ("Heavy") darüber.


  4.  Ein Kämpfer, der sich anmeldet (wägen läßt) und doch nicht mitkämpft, ohne eine dem Kampfausschuß genügende Erklärung, soll auf 6 Monate zurückgestellt werden. Jedes Wägen soll unterbleiben, sobald der erste Kampf des Turniers jedes Abends begonnen hat.


  5.  In jedem offenen Wettbewerb soll der Erfolg von 2 Kampfrichtern und einem Schiedsrichter bestimmt werden, auch soll ein Zeitrufer angestellt werden.


  6.  In allen Wettkämpfen soll die Zahl der Runden 3 sein. Jede Runde des ersten Dreirundenkampfes (Vorkämpfe) soll drei Minuten dauern. Bei den Endkämpfen ("finals") sollen die beiden ersten Runden je drei, die dritte 4 Minuten dauern. Zwischen je 2 Runden soll 1 Minute Ruhezeit sein.


  7.  Ein Kämpfer, der sich nicht stellt, wenn "Zeit" gerufen wird, soll den Kampf verlieren.


  8.  Kurz vor dem Wettbewerb soll jeder Bewerber, der gebucht worden ist, persönlich seine Nummer ziehen und sich wie folgt beteiligen: Er soll teilnehmen an einer Reihe von Vorkämpfen, die an Zahl die Hälfte aller Mitkämpfer beträgt. Nimmt ein überzähliger Kämpfer an der ersten Reihe nicht teil, so soll er eine Nummer für die nächsten erhalten, um so die Möglichkeit, wieder eine Niete zu ziehen, zu vermeiden. Das gibt dann 2, 4, 8 oder 16 Kämpfer und der Wettbewerb kann ohne ungleiche Kämpfe oder Nieten stattfinden.


  9.  Jeder Bewerber soll auf die Unterstützung von nur zwei Helfern berechtigt sein und es soll dem Bewerber kein Rat oder Hinweis von einem seiner Helfer oder einem anderen während einer Runde gegeben werden. Wegen Verletzung dieser Regel kann der Schiedsrichter den Bewerber zurückweisen.


  10.  Die Beurteilung soll so erfolgen: Die zwei Kampfrichter und der Schiedsrichter sollen gesondert aufgestellt sein. Am Ende eines jeden Kampfes soll jeder Kampfrichter den Namen des Gewinners nach seiner Ansicht aufschreiben und dem Ausrufer oder Ordner einhändigen. Stimmen die Kampfrichter überein, so soll der Ordner den Sieg verkünden, im anderen Falle den Schiedsrichter benachrichtigen, der hierauf selbst entscheidet.


  11.  Der Schiedsrichter soll die Befugnis haben, das entscheidende Urteil abzugeben, wenn die Kampfrichter nicht übereinstimmen, ferner einen Bewerber wegen Regelbruchs zu rügen oder auszuschließen oder eine Runde zu unterbrechen im Fall, daß der eine niedergestoßen wird. Die Unterbrechung der beiden ersten Runden schließt nicht von der Bewerbung in der Endrunde aus. Auch kann der Schiedsrichter eine weitere Runde zu 2 Minuten anordnen, wenn die Kampfrichter nicht übereinstimmen.


  12.  Die Entscheidung der Kampfrichter oder des Schiedsrichters ist auf alle Fälle endgültig.


  13.  Der Sieg soll dem Bewerber zuerteilt werden, der den besten "Stil" zeigt und die meisten Punkte erhält. Bewertet (gepunktet) sollen werden für den Angriff: direkte, genau ausgeführte Stöße von jeder Hand mit den Knöcheln nach jedem Teil der Front und den Seiten des Kopfes und des Körpers oberhalb des Gürtels; für die Verteidigung: Wehren: Seitspringen, Ducken, Gegenstoßen oder Rückziehen, Rück- oder Seitneigen. Wo die Punkte und sonstigen Vorzüge gleich sind, soll der Bewerber beachtet werden, der die meisten Stöße abgibt.


  14.  Der Schiedsrichter kann einen unfein kämpfenden Bewerber ausschließen, wenn er mit Füßen oder mit offenen Händen stößt, mit Handfläche oder -rücken, Handgelenk oder Ellbogen schlägt, unterhalb des Gürtels stößt oder zufaßt, nach einem Niedergesunkenen (auf ein Knie und eine Hand oder beide Knie) stößt, mit Kopf oder Schulter stößt, an den Seilen ringt oder rauft, angreifende oder gemeine Reden führt oder die Vorschriften des Schiedsrichters nicht befolgt.


  15.  Der vom Gewinner besiegte Bewerber soll den zweiten Preis erhalten und die von beiden Besiegten sollen berechtigt sein, sich um den dritten Preis zu bewerben.


  16.  Ein Athlet, der in einem Preiskampf von mehr als 4 Runden boxt, soll für so lange zurückgestellt werden, als es derjenige Ausschuß der "Association of the Amateur Athletic Union" bestimmt, in deren Bezirk die Forderung stattfand.


  17.  Im Fall eines Zweifels, der in diesen Regeln nicht vorgesehen ist, soll der Schiedsrichter volle Befugnis haben, zu entscheiden.


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     Sportliche Regeln der Boxsport-Behörde Deutschlands (BBD)

  Sportliche Regeln.

  Artikel l.
Die nachfolgenden Sportlichen Regeln des Boxens sind durch die Boxsport-Behörde Deutschlands (BBD.) in Gemeinschaft mit dem Verband Deutscher Faustkämpfer e. V (VDF.) aufgestellt. Die Veröffentlichung erfolgt durch den Sportausschuß (SA.). Nach dem Wortlaut dieser Regeln müssen alle im Berufsboxsport tätigen Personen Mitglieder des VDF. bzw. Lizenzinhaber der BBD. sein. In Deutschland nicht beheimatete Personen (Ausländer usw.), die an Boxveranstaltungen in Deutschland teilnehmen, müssen den Nachweis ihrer Lizensierung durch die heimatliche Sportbehörde beibringen.

  Artikel 2:  Proteste.
Sämtliche Proteste bei Verstößen gegen die Sportlichen Regeln sind dem Generalsekretariat schriftlich einzureichen. Die Entscheidung fällt in erster Instanz der Sportausschuß (SA.) der BBD. Sein Urteil ist in den nächsterscheinenden Amtlichen Nachrichten bekanntzugeben. Der SA. der BBD. hat das Recht, in jedem ihm zur Kenntnis gelangenden Uebertretungsfalle gegen die Sportlichen Regeln, worüber keine Anzeige vorliegt, selbständig einzuschreiten. Dasselbe gilt, wenn das Ansehen des Berufsboxsportes geschädigt ist.

  Artikel 3:  Erteilung der Lizenzen.
Der Sportausschuß (SA.) der BBD. setzt die Höhe sämtlicher Lizenzgebühren fest und erteilt die Lizenzen, die von ihm eigenhändig unterschrieben sind. Nicht von ihm unterzeichnete Lizenzen haben keine Gültigkeit. Anträge für sämtliche Lizenzen sind durch die zuständige Bezirks- oder Ortsgruppe an den Sportausschuß zu richten.

  Artikel 4:  Bestrafungen.
Der SA. bestraft alle Verstöße gegen die Sportlichen Regeln. Alle verhängten Strafen müssen im Protokoll festgelegt und können veröffentlicht werden.

  Artikel 5;  Berufungen.
Berufungen gegen Urteile des SA. sind innerhalb acht Tagen schriftlich in eingeschriebenem Brief unter Beifügung einer Protestgebühr von 10.- RM. an das Generalsekretariat der BBD. zu richten. Diese Proteste müssen in der Vollversammlung der BBD. bzw. nach Artikel 6 der Satzungen der BBD. behandelt werden. Wird der Berufung nicht stattgegeben, so verfällt die Protestgebühr. Proteste, denen die Gebühr nicht beigefügt ist, werden zurückgewiesen und sind somit erledigt. Alle Urteile der BBD. sind endgültig. Jeder Lizenzinhaber erkennt durch die Annahme einer Lizenz die Entscheidungen der BBD. an und verzichtet auf Berufung an die ordentlichen Gerichte.

Die Einlegung der Berufung hat keinen Aufschub der Strafe zur Folge.

  Artikel 6:  Lizenzen.
Personen, die als unfähig erklärt werden, Mitglieder des VDF. zu werden, erhalten keine Lizenz. Aktive Boxer erhalten keine Jahres-Ringrichter- und Punktrichter-Lizenz. - Alle Lizenzen sind durch die zuständige Bezirks- bzw. Ortsgruppe des VDF. beim SA. zu beantragen.

Lizenzen werden erteilt an
a) Boxer,
b) technische Leiter,
c) Ringrichter,
d) Manager,
e) Funktionäre (Punktrichter, Zeitnehmer, Sprecher, Sekundanten, Trainer, Masseure, Helfer usw.). Technische Leiter können nicht Ringrichter bei ihrer eigenen Veranstaltung sein.

Die Lizenzen sind nur gültig, wenn sie durch den Inhaber und den Sportausschuß unterschrieben sind. Die Lizenzen gelten vom Tage der Ausstellung an auf ein Jahr.

Die Erteilung der Boxerlizenz wird von der Beibringung eines ärztlichen Gesundheitsattestes abhängig gemacht. Jeder Boxer ist verpflichtet, der BBD. alljährlich ein Gesundheitsattest einer sportärztlichen Beratungsstelle oder staatlichen Klinik oder dergl. einzureichen.

Jeder Lizenzinhaber ist verpflichtet, seine Adresse der BBD. mitzuteilen. Alle Aenderungen derselben sind innerhalb drei Tagen anzugeben.

  Artikel 7:  Pseudonyme.
Die Führung eines Pseudonyms ist gestattet. Dieses muß jedoch der BBD. mitgeteilt werden und von dieser genehmigt sein.

Es darf ohne ihre Genehmigung nicht geändert werden. Jeder Boxer, der unter einem nicht genehmigten Pseudonym oder unter dem Namen eines anderen kämpft, verfällt einer Geldstrafe nebst Disqualifikation, zeitweilig oder auf Lebenszeit.

  Artikel 8:  Lizenzgebühren.
Veranstalterlizenz: Die Lizenz für eine Veranstaltung beträgt 2% der allen kontraktlich an die Boxer zu zahlenden Gelder.

Boxer: Es wird 1% der jeweiligen Börse inkl. Spesen abzüglich 20% Werbungskosten pro Kampf entrichtet. Die Mindestgebühr beträgt 1,- RM.

Jahres-Lizenzen:
Technische Leiter..100,- RM.
Manager..50,- RM
für einen Boxer, für jeden weiteren Boxer 25,- RM. mehr.
Ringrichter..25,- RM
Sprecher..30,- RM
Sekundanten..20,- RM
Trainer..30,-RM.
Zeitnehmer..10,- RM
Punktrichter..10,- RM

Einmalige Lizenzen:
Boxer..3,- RM.
Ringrichter..10,- RM
Sprecher..5,- RM
Sekundanten..3,- RM
Zeitnehmer..3,- RM
Punktrichter..3,- RM

  Artikel 9:  Lizenzverweigerung.
Veranstaltern resp. deren technischen Leitern kann eine Kampftaglizenz verweigert bzw. entzogen werden, wenn sie u.a.:

1. die Regeln der BBD. nicht anerkennen,
2. wiederholt gegen Artikel der Sportlichen Regeln verstoßen haben,
3. wenn die BBD. berechtigte Zweifel an der Seriösität oder Bonität des Veranstalters hat,
4. wenn die Eintrittspreise, Boxerbörsen, Reklame oder Veranstaltungslokal nach Ansicht der BBD. einer Förderung der Boxsportinteressen nicht entsprechen oder geeignet sind, dieselben zu schädigen.

  Artikel 10:  Lizenzentziehung.
Allen Lizenzinhabern der BBD., die in irgendeiner Weise und ohne gegen die sportlichen Regeln zu verstoßen, ideell oder materiell, den Boxsport diskreditiert haben, kann die Lizenz zeitweilig oder dauernd entzogen werden.

  Artikel 11:  Ausländer-Lizenzen.
Die Veranstalter sind verpflichtet, Kämpfe nur durch Lizenzinhaber der BBD. austragen zu lassen. Bei ausländischen Boxern hat sich der Veranstalter von dem Vorhandensein einer gültigen Lizenz zu überzeugen, die allein die Kampfberechtigung verleiht. Das gleiche gilt vom sporttechnischen Stab ausländischer Boxer.

  Artikel 12:  Strafbare Verstöße.
Ein Lizenzinhaber wird bestraft,

1. wenn er trotz eines zeitweiligen oder dauernden Verbotes seine Lizenz ausübt,
2. wenn er eine ihm auferlegte Geldstrafe nicht bezahlt,
3. bei Teilnahme an nicht lizensierten Veranstaltungen oder Kämpfen gegen suspendierte, disqualifizierte oder nicht lizensierte Boxer,
4. wenn er auf Briefe öder Aufforderungen der B.B.D, nicht antwortet,
5. außerdem unterliegt jeder Boxer der Bestrafung, wenn er:
a) andere als Lizenzinhaber mit irgendeiner Funktion im Kampf oder Ring betraut,
b) im offensichtlich untrainierten Zustande zum Kampf antritt,
c) am Kampftage durch offensichtliche Gewichtsverminderung seine Kampfqualitäten herabsetzt.

  Artikel 13:  Suspendierung.
Die Suspendierung eines Lizenzinhabers beginnt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung. Alle für die Zeit der Suspendierung abgeschlossenen Verträge sind ungültig, über Ausnahmen entscheidet der SA.

  Artikel 14:  Lizenzen der BBD.-Mitglieder.
Lizenzen von BBD.-Mitgliedern ruhen für die Dauer ihrer Amtszeit. In besonderen Fällen kann der SA. BBD.-Mitgliedern Funktionen übertragen.

  Artikel 15:  Anmeldung von Kampftagen.
Alle Unternehmer, die Boxkämpfe veranstalten, sind verpflichtet, mindestens 14 Tage vor der Veranstaltung die Veranstalterlizenz bei dem Sportausschuß zu beantragen. Die Anmeldung muß enthalten:

1. Name des Veranstalters,
2. Name des Technischen Leiters,
3. Name des Ringrichters und des Sprechers,
4. Ort, Zeit und Schauplatz der Veranstaltung,
5. Preise der Plätze und deren Anzahl,
6. Vorgesehenes Programm mit Angabe des Hauptkampfes.

Die Anmeldungsgebühr beträgt mindestens 20 RMk. für Veranstaltungen bei prozentualen Kampfbörsen, bei Veranstaltungen, bei denen Boxer mit festen Börsen verpflichtet wer-den, zwischen 50 und 100 RMk., die auf die festzusetzende Lizenzgebühr auf Grund der ausgezahlten Kampfgagen und Spesen in Anrechnung gebracht wird.

Wird die Anmeldung aus irgendeinem Grunde zurückzogen, verfällt die Anmeldegebühr.
Bei der Anmeldung regelmäßiger Veranstaltungen ist die Lizenz für die ersten 5 Kampftage zu hinterlegen.

  Artikel 16:  Lizenzen.
Die vom Sportausschuß (SA.) erteilte Lizenz ist erst dann gültig, wenn die festgesetzte Lizenzgebühr zu dem vorgeschriebenen Termin bei der Kasse des VDF. eingezahlt ist.

  Artikel 17:  Ausfall oder Verschiebung.
Findet eine lizensierte Veranstaltung innerhalb eines Monats nicht statt, so kann die Lizenzgebühr als verfallen erklärt werden Für den neuen Termin muß die Lizenz neu beantragt und die Gebühr entrichtet werden. Aenderungen des Programms dürfen nur in dringenden Fällen mit Genehmigung des SA erfolgen.
Wenn ein Boxkampfunternehmer aus irgendeinem Grunde, ausgenommen höhere Gewalt, zwei seiner lizensierten Kampftage nicht abhält, so ist der SA. berechtigt, für den dritten Kampftag, für dessen Abhaltung er neuerlich Lizenz verlangt, gleichzeitig mit deren Lösung eine Kaution bis zum zehnfachen Betrage der Lizenzgebühr zu verlangen, die in voller Höhe verfällt, wenn er auch diesen Kampftag nicht abhält, ueber die Verwendung dieser Kaution entscheidet in jedem einzelnen Falle der SA.
An aktive Boxer darf keine Veranstalterlizenz ausgegeben werden.

  Artikel 18:  Ankündigungen und Reklame.
Die Veranstalter und Technischen Leiter sind verpflichtet, auf allen ihren Veranstaltungen betreffenden Ankündigungen und Programmen die Kontrolle durch die BBD. zu betonen sowie jeweilig einen Abzug der von ihnen an die Presse versandten Informationen gleichzeitig dem SA. einzureichen.

Veranstalter und Technische Leiter, die für einen Kampftag Reklame tätigen, ohne für diesen Kampftag im Besitz einer Lizenz zu sein, werden in eine Geldstrafe nicht unter 100 RMk. genommen.

Unternehmer und Technische Leiter, die irreführende Nachrichten über sportliche oder sonstige Angelegenheiten, insbesondere über die Preise der Plätze, durch die Presse verbreiten, werden durch den SA. in eine Geldstrafe genommen; im Wiederholungsfalle haben sie Lizenzentziehung zu gewärtigen.

  Artikel 19:  Garantiedepot.
Sämtliche Veranstalter in Deutschland, die bereits die Kampftaglizenz erhalten haben, sind verpflichtet, bei dem Schatzmeister des VDF, spätestens 10 Tage vor der Veranstaltung eine Garantiesumme von mindestens 50 % der Kampfgagen zu hinterlegen. Die restlichen Beträge sind dem Delegierten der BBD, eine Stunde vor Beginn des ersten Kampfes zu übergeben. Sind dieselben nicht zur Stelle, so sind die Boxer nicht verpflichtet den Ring zu betreten. Die als Depot gestellte Summe verfällt, über ihre Verwendung entscheidet der SA.

Für Meisterschaften und Ausscheidungskämpfe, bei denen Veranstalter Angebote an den SA. richten, hat derjenige Veranstalter, dem der Zuschlag vom SA. erteilt wird, eine Kaution von 10 % der Gesamtbörse zu hinterlegen. Auch bei anderen Kämpfen behält sich der SA. das gleiche Recht vor. Diese Kaution muß in barem Gelde hinterlegt werden.

Die weiteren 40 % sind spätestens 10 Tage vor dem Kampftag in bar oder Bank-Akkreditiv unwiderruflich beim Schatzmeister des VDF. oder dem Delegierten zu deponieren und die Restgagen eine Stunde vor Beginn des ersten Kampfes dem Delegierten der BBD. auszuhändigen.

Kommt der Kampf, zu welchem der Veranstalter das Angebot gemacht und die Kaution gestellt hat, durch irgendein Verschulden des Veranstalters zum festgesetzten Termin nicht zum Austrag, so kann die Kaution in voller Höhe für verfallen erklärt werden. Die Entscheidung hierfür fällt der SA, der auch über die Verwendung der verfallenen Summe die Entscheidung trifft.

  Artikel 20:  Verantwortlichkeit.
Alle Personen, die an den Kämpfen teilnehmen, sowie alle Veranstalter, die Kämpfe nach den Regeln der BBD, abhalten, tragen alle aus den Kämpfen entstehenden Folgen selbst.

  Artikel 21:  Technische Leiter.
Dem Technischen Leiter wird durch die Erteilung der Technischen Leiterlizenz das Recht verliehen, in Gemeinschaft mit dem Unternehmer Boxkämpfe, die von der BBD. lizensiert sind, durchzuführen.

Seine Pflichten sind folgende:
1. Einwandfreie Durchführung der Veranstaltung, für die er der BBD. verantwortlich ist.
2. Er engagiert in Gemeinschaft mit dem Unternehmer die Kämpfer auf den von der BBD. vorgeschriebenen Vertragsformularen.
3. Seine Unterschrift ist auf alle Fälle gültig und rechtsverbindlich der BBD. gegenüber.
4. Mit dem Unternehmer hat er einen schriftlichen Vertrag abzuschließen, aus dem klar hervorgeht, daß er der Technische Leiter ist.
5. Er hat für jeden Kämpfer drei Verträge auszustellen, die von beiden Parteien eigenhändig unterschrieben sein müssen. Von diesen Verträgen bleibt je ein Exemplar in den Händen des Unternehmers und des Boxers, während das dritte Exemplar innerhalb 24 Stunden nach Abschluß des Vertrages an das Generalsekretariat der BBD. zu senden ist.
6. Er hat dafür Sorge zu tragen, daß der Ring genau den Vorschriften der sportlichen Regeln entspricht und am Kampfabend geeichte Handschuhe zur Stelle sind.
7. Er hat den Unternehmer über dessen Verpflichtungen in bezug auf die sportlichen Regeln, Gagen usw. genau zu unterrichten, wofür er der BBD. verantwortlich ist.

  Artikel 22:  Manager.
Manager sind diejenigen, die Boxer beaufsichtigen, ihre Interessen wahrnehmen und für die von ihnen abgeschlossenen Verträge verantwortlich sind. Jeder Manager ist verpflichtet, Abschrift seines Vertrages mit einem Boxer bei der BBD. ein-zureichen und auf Verlangen dem Delegierten der BBD vorzulegen. Die Abschrift muß von beiden Parteien eigenhändig unterschrieben sein. Nur von der BBD. lizensierte Manager dürfen Kämpfe abschließen, mithin haben Verträge, die durch nicht lizensierte Vertreter abgeschlossen werden, keine Gültigkeit. Boxer, die Manager haben, dürfen nicht selbständig Verträge abschließen. Schützlinge ein und desselben Managers dürfen nicht gegeneinander kämpfen. Verstöße hiergegen werden mit Disqualifikation beider Kämpfer und des Managers bestraft. Besondere Fälle entscheidet der SA. Die Verträge zwischen Boxer und Manager werden nach dem den vorliegenden Satzungen beigefügten Muster und auf einem vom SA, herausgegebenen Formular abgeschlossen.

  Artikel 23:  Verträge.
Die BBD. erkennt keine Verträge an, die gegen die Ernsthaftigkeit des Boxsport verstoßen.
Sämtliche Verpflichtungen sind auf vorgeschriebenen Vertragsformularen abzuschließen. In besonderen Fällen entscheidet der SA. Alle Verstöße gegen diese Bestimmung werden mit Geldstrafen oder zeitweiser Suspendierung bestraft.
Erfolgt der Abschluß eines Vertrages auf mündlichem, telegraphischem oder telephonischem Wege, so muß der Vertragsabschluß innerhalb 24 Stunden auf dem vorgeschriebenen Formular getätigt werden.

  Artikel 24:  Kampfbörse und Geheimabmachungen.
Ist für einen Kampf eine Börse kontraktlich festgesetzt, so dürfen außer dieser Börse keinem Kampfteilnehmer im geheimen weitere Geldzuwendungen von einer am Kampf materiell interessierten Seite gemacht werden. Wenn der BBD. solche geheime Abmachungen bekannt werden, verfügt sie, daß diese außerkontraktlich bewilligten Geldzuwendungen zur Börse geschlagen und nach dem kontraktlich festgesetzten Prozentsatz zwischen den Kämpfern aufgeteilt werden. Außerdem werden die Beteiligten bestraft.

  Artikel 25:  Doppelverpflichtungen.
Wer sich zu mehreren Kämpfen an einem Tage verpflichtet, wird mit Geldstrafe oder zeitweiliger Suspendierung bestraft. Zwischen zwei Kämpfen eines Boxers müssen mindestens drei Tage liegen. Ausnahmen sind für Wettbewerb (Competitions) innerhalb einer begrenzten Teilnehmerzahl gestattet, in welchem jeder Boxer zwei Kämpfe von je vier Runden, an einem Tage bestreiten darf.

Ist ein kontraktlich verpflichteter Boxer aus irgendeinem Grunde verhindert, seinen Vertrag zu erfüllen, so hat er dieses dem Veranstalter und dem Technischen Leiter so rechtzeitig mitzuteilen, daß ein geeigneter Ersatz beschafft werden kann.

Jeder Boxer ist verpflichtet, sich eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung bei dem Technischen Leiter zu melden.

  Artikel 26:  Plätze am Ring.
Die Mitglieder der BBD. und des Vorstandes des VDF. sowie die sportlichen Delegierten haben freien Eintritt zu sämtlichen unter Aufsicht der BBD stehenden Veranstaltungen.

Jeder Veranstalter hat für die Mitglieder der BBD., ferner für je ein Mitglied des Vorstandes des VDF, und der Bezirks-gruppe, ferner für die sportlichen Delegierten, die Zeitnehmer, die Punktrichter, den Sprecher und den amtierenden Arzt Plätze am Ring zur Verfügung zu stellen.

  Artikel 27:  Kampfgericht.
Der SA. bestimmt das Kampfgericht im Einvernehmen mit dem Technischen Leiter. Für das Kampfgericht bei Meisterschaften gelten die Bestimmungen des Artikels 58, über Einsprüche der Kämpfer entscheidet der SA oder dessen Delegierter endgültig. Engagierte oder vom SA. bestellte Mitglieder des Kampfgerichts sind verpflichtet im Behinderungsfalle so rechtzeitig Nachricht zu geben, daß für Ersatz Sorge getragen werden kann.

  Artikel 28:  Sportliche Delegierte.
Der SA entsendet oder ernennt zu sämtlichen von ihm lizensierten Veranstaltungen einen sportlichen Delegierten, der für die von ihm beaufsichtigte Veranstaltung dem SA gegenüber verantwortlich ist. Der sportliche Delegierte wird von der BBD. bestimmt und kann jederzeit abberufen werden. Er vertritt bei allen Veranstaltungen die BBD., hat die Veranstaltung in sportlicher und finanzieller Hinsicht zu beaufsichtigen und die Lizenzen zu prüfen. Er übt die höchste Gewalt am Ring aus.

  Artikel 29:  Disziplinlosigkeit gegen Funktionäre.
Für alle Verfehlungen und Verstöße gegen die Anordnungen der Funktionäre oder Delegierten der BBD. können Strafen verhängt werden. Unsportliches Benehmen eines Boxers, seines Managers oder seiner Sekundanten im und am Ring kann mit Strafe bis zur Disqualifikation belegt werden.

  Artikel 30:  Der Ring.
Alle Kämpfe müssen in einem Ring entschieden werden, der nicht weniger als 5 Meter und nicht mehr als 7 Meter im Quadrat messen soll. Der Boden muß solide und die einzelnen Dielen gut verbunden bzw. aneinandergereiht sein. Er muß auf jeder Seite l Meter über die Linie der Stricke hinauslaufen. Der Ring muß mit einer dicken Filz- oder Pappschicht belegt sein, über die ein straff gespannter Plan gezogen werden muß. Die Ueberdeckung muß den ganzen Ring einnehmen, d.h. auch den die Stricke überspringenden Teil.

Der Ring muß mit drei Stricken von mindestens zwei Zentimeter Stärke umspannt und der obere Strick mit Tuch umwickelt sein. Die Stricke müssen mindestens 30 Zentimeter von den vier Eckpfosten entfernt sein, die in Kopfhöhe mit Stoff bewickelt sein müssen. Die Stricke müssen derart gezogen sein, daß die untere Reihe 40 Zentimeter, die zweite 80 Zentimeter und die dritte Strickreihe 120 Zentimeter vom Boden entfernt ist. Auf jeder Ringseite müssen die drei Stricke in der Mitte durch senkrechte Schnüre verbunden sein.

  Artikel 31:  Aerzte.
Zu jeder Veranstaltung ist mindestens ein Arzt hinzuzuziehen. Der Arzt hat beim Wiegen zugegen zu sein und die Kämpfer auf ihre Kampffähigkeit zu untersuchen. Der Veranstalter resp. der Technische Leiter hat dafür zu sorgen, daß der amtierende Arzt spätestens 30 Minuten vor Beginn des ersten Kampfes an der Kampfstätte anwesend ist. Stellt der Arzt die Kampfunfähigkeit eines Boxers fest, hat er dies unverzüglich dem Delegierten mitzuteilen. Nach Schluß des letzten Kampfes hat der amtierende Arzt sich in die Ankleideräume der Kämpfer zu begeben und festzustellen, ob einer derselben ärztlicher Hilfe bedarf. Der Veranstalter resp. Technische Leiter hat dem Arzt einen Kasten mit Medikamenten und Verbandsmitteln zur Verfügung zu stellen.
Die BBD. ernennt in allen Städten, in denen Kämpfe unter ihrer Aufsicht stattfinden, Vertrauensärzte, lizensiert dieselben und entsendet sie zu den Veranstaltungen.
Jeder Boxer ist verpflichtet, sich auf Verlangen des SA. vom zuständigen Vertrauensarzt untersuchen zu lassen.

  Artikel 32:  Untersuchung vor dem Kampfe.
Jeder Kämpfer ist verpflichtet, sich beim Wiegen einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Der Arzt hat zu erklären, ob der Boxer imstande ist, zu kämpfen oder nicht. Verbietet der Arzt auf Grund seines Befundes den Kampf, so geht bei Meisterschaften dem Meister der Titel verloren.

Verheimlichung eines bei Kontraktabschluß oder bei der ärztlichen Untersuchung vor dem Kampfe bestehenden Leidens, das die Kampfqualitäten des Boxers vermindert oder die Kampffähigkeit in Frage stellt oder Infektion des Gegners veranlassen kann, kann mit Disqualifikation und evtl. Geldbußen bestraft werden.

  Artikel 33:  Kampfkleidung.
Die Kampfkleidung muß dezent, die Hosen müssen in der Farbe unterschiedlich sein und dürfen nicht Reklamezwecken dienen. Es dürfen nur Boxschuhe ohne Absätze getragen werden. Die Handschuhe müssen von der BBD. geeicht sein. Die Schnüre der Handschuhe müssen auf dem Rücken der Handgelenke verknotet sein. Die Handschuhe in irgendeiner Weise herzurichten oder zu brechen ist verboten. Das Tragen eines Tiefschutzes ist Vorschrift. Auch Ringrichter und Sekundanten haben in sportlicher Kleidung (weiße Hose und weißes Hemd) zu amtieren. Mangelhafte oder unvorschriftsmäßige Kampfkleidung ziehen Bestrafung nach sich.

  Artikel 34:  Gewicht der Handschuhe.
Zum Kampf sind Handschuhe zugelassen im Gewicht von 5 Unzen - 142.5 g, 6 Unzen - 171 g, 8 Unzen - 228 g.

  Artikel 35:  Bandagen.
Als Bandagen dürfen nur weiche Binden verwendet werden (Köper, Flanell, Cambric). Harte Bandagen (Isolierband, Kautschuk-Heftpflaster) sind verboten.

  Artikel 36:  Gewichtsklassen.
Fliegengewicht.....bis 50.802 kg
Bantamgewicht......" 53.524 "
Federgewicht......." 57.152 "
Leichtgewicht......" 61.237 "
Weltergewicht......" 66,678 "
Mittelgewicht......" 72.574 "
Halbschwergewicht.." 79.378 "
Schwergewicht......" über 79.378 "

  Artikel 37:  Gewichts-Feststellung.
Zur Feststellung seines Gewichtes muß sich jeder Kämpfer acht Stunden vor seinem Kampf in Anwesenheit des Delegierten der BBD. und der Wiege-Kommission wiegen lassen. Kann ein Kämpfer zu einem im Gewicht limitierten Kampfe nicht das vorgeschriebene Gewicht bringen und meldet er dies 24 Stunden vor dem Auswiegen dem Delegierten der BBD. so hat er an seinen Gegner eine Geldbuße von 50,- M. zu zahlen, falls im Kampfvertrage keine andere Bestimmung vorgesehen ist. Für Meisterschafts- und Ausscheidungskämpfe siehe Artikel 65. Unterläßt er diese Meldung, so erhöht sich die Geldbuße auf 25 Proz. seiner Gage, jedoch mindestens 75,- RM. Können beide Kämpfer nicht das vorgeschriebene Gewicht bringen, so fließen die Geldbußen in die Kasse des VDF.

  Artikel 38:  Kampfdauer.
Die Kampfdauer beträgt zwischen 4 und 15 Runden. Die Dauer jeder Runde beträgt 3 Minuten, jede Runde wird von der anderen durch eine Minute Pause getrennt. Ein durch den Zeitnehmer gegebenes Signal kündigt den Beginn der Runde an. Die Gegner müssen dann sofort ihren Platz verlassen und kämpfen. Sie müssen sofort zu kämpfen aufhören und in ihre Ecken zurückkehren, wenn das Signal das Ende der Runde anzeigt.

  Artikel 39:  Zeitnehmer.
Die Zeit wird von einem Funktionär genommen. Er nimmt Zeit für:
a) Anfang der Runde,
b) die Dauer der Runde,
c) die Runden,
d) Pausen
Alles dies hat er während des Kampfverlaufes schriftlich niederzulegen.

Der Zeitnehmer hat die Pflicht, beim Zählen des Ringrichters die einzelnen Sekunden durch ein sicht- oder hörbares Zeichen anzugeben. - Wenn ein Handschuh, eine Hose oder ein Schuh sich lösen, veranlaßt der Kampfrichter so schnell wie möglich die Beseitigung der Fehler, während der Zeitnehmer die Zeit des Zwischenfalles stoppt.

  Artikel 40:  Sekundieren.
Jeder Kämpfer hat das Recht auf Unterstützung durch einen Chefsekundanten und zwei Helfer. Diese müssen den Ring auf das Kommando "Ring frei" verlassen, das der Zeitnehmer 10 Sekunden vor Ablauf der Pause gibt, und dürfen ihn erst wieder betreten, wenn das Signal das Ende der Runde anzeigt. Während des Kampfes darf niemand, mit Ausnahme des Ringrichters, im Ring oder an dessen Außenteilen sich aufhalten. Es ist den Sekundanten strengstens untersagt, während des Kampfes durch Zeichen, Zurufe oder unerlaubte Hilfsmittel die Kämpfer zu beeinflussen. Jeder Verstoß gegen diese Regel zieht eine Strafe gegen den Sekundanten und in schweren Fällen gegen den Boxer selbst nach sich, da der Boxer für seine Sekundanten verantwortlich ist.

  Artikel 41:  Chefsekundant.
Der Chefsekundant muß dem Kampfgericht vor dem Kampf benannt werden.

Einzig der Chefsekundant hat das Recht, zum Zeichen der Aufgabe des Kampfes den Schwamm bzw. das Handtuch zu werfen, sobald er ein Weiterkämpfen seines Mannes für unmöglich hält. Der Boxer gilt in diesem Falle durch K.o. besiegt.

Während des Niederschlages ist das Werfen des Handtuches oder Schwammes in jedem Falle verboten.

  Artikel 42:  Sprecher.
Der Sprecher hat die Kämpfer vorzustellen und die Bedingungen des Kampfes bekanntzugeben. Er verkündet auf Geheiß des Ringrichters das Urteil sowie die von demselben ausgesprochenen Verwarnungen. Sonstige Nachrichten oder Ankündigungen dürfen nur mit Genehmigung des Delegierten der BBD. bekanntgegeben werden.

  Artikel 43:  Zusammensetzung des Kampfgerichts.
Das Kampfgericht kann bestehen: 1. aus einem einzigen Richter, der sich im Ring zu befinden hat. In diesem Falle fällt jede Entscheidung ausschließlich durch ihn selbst.
Diese Bestimmung darf jedoch nur dann angewandt werden, wenn hierzu die ausdrückliche Genehmigung durch den SA. erteilt worden ist.
2. aus drei Richtern. Der Ringrichter befindet sich im Ring, die beiden anderen müssen an zwei gegenüberliegenden Ringseiten sitzen. - Wird der Kampf nicht durch Niederschlag beendet, so entscheidet Punktwertung.
3. aus vier Richtern, und zwar drei Punktrichtern und dem Kampfleiter. Die Entscheidungen der Punktrichter sind für das Urteil allein maßgebend. Der Kampfleiter punktet hier nicht mit. Wird der Kampf nicht durch Niederschlag beendet, so entscheidet Punktwertung. Bei drei verschiedenen Punktwertungen ist das Urteil "Unentschieden".

  Artikel 44:  Befugnisse der Kampfrichter.
Die Punktrichter sowie der Ringrichter sind verpflichtet, jede Runde für sich zu punkten. Nach Beendigung jeder Runde ist die Punktzahl zusammenzuzählen. Zu einem Siege ist ein Punktplus von 5 Proz. erforderlich. Nur der Ringrichter hat das Recht, Verwarnungen zu erteilen bzw. Disqualifikationen auszusprechen. Er ist verpflichtet, auf Innehaltung sämtlicher Regeln der BBD. durch die beiden Kämpfer zu achten. Nur der Ringrichter hat das Recht, den Kampf abzubrechen. Keiner der Kampfrichter darf seine Tätigkeit unterbrechen, solange der Kampf andauert. Berichtigte Punktzettel haben keine Gültigkeit. Jeder Richter ist verpflichtet, über das abgegebene Punkturteil strengste Diskretion zu wahren. In besonderen Fällen darf der SA. die Punktergebnisse veröffentlichen.

  Artikel 45:  Punktwertung.
Kämpfe, die über die Rundenzahl gehen, werden durch Punktwertung entschieden. Gewertet wird:

1. Angriff,
2. Verteidigung,
3. Technik,
4. Wirksamkeit des Schlages,
5. Ausdauer,
6. korrektes Boxen und Verhalten.

Bei der Punktwertung sind pro Runde dem besseren Kämpfer 5 Punkte zu geben. Der schlechtere Kämpfer erhält eine entsprechend geringere Punktzahl. Bei ausgeglichener Runde erhält jeder Kämpfer 5 Punkte. Wird diese Regel von einem der Richter nicht befolgt oder der Punktzettel berichtigt, so wird der betreffende Richter zur Bestrafung angezeigt.

  Artikel 46:  Kampf-Ergebnis.
Das Urteil des Kampfgerichts kann wie folgt verkündet werden:

1. Sieger durch Niederschlag (K.o.),
2. Sieger nach Punkten,
3. Unentschieden,
4. Disqualifikation,
5. Kein Kampf (no contest).

Der K.o.-Sieg wird erklärt:

a) bei einer Kampfunfähigkeit von 10 Sekunden Dauer,
b) bei Abbruch durch den Ringrichter,
c) bei Aufgabe,
d) bei Kampfunfähigkeit infolge einer Verletzung.

Die Maßnahmen des Ringrichters sind endgültig und unanfechtbar.
Das Endurteil des Kampfgerichtes bedarf vor Verkündung in formaler Hinsicht der Bestätigung durch den Delegierten. Der sportliche Delegierte hat vor Verkündung des Urteils die Punktzettel auf ihre Richtigkeit hin zu prüfen und nach Verkündung die Punktzettel an sich zu nehmen und dem S.A. mit einem Bericht einzureichen.

Bei offenbarem Fehlurteil ist die B.B.D, berechtigt, ein förmliches Verfahren zur Nachprüfung des Urteils einzuleiten und in diesem Falle das Urteil aufzuheben. Der Kampf wird sodann als "Kampf ohne Entscheidung" gegeben.

  Artikel 47:  Verbotene Schläge.
Folgende Schläge sind verboten:

1. Unterhalb des Gürtels,
2. auf die Nieren,
3. absichtliche Schläge auf den Hinterkopf,
4. in das Genick,
5. Schläge mit offenen Handschuhen,
6. mit dem Daumen, dem Ellenbogen, dem Unterarm und der Handkante,
7. Festhalten mit den Beinen,
8. Stoßen mit Kopf, Schulter, Knie oder Fuß, Treten.
9. Handrücken-Schläge (Backhander) mit gleichzeitiger Umdrehung des Körpers.
10. Halten am Seil und gleichzeitiges Schlagen.
11. Nachschlagen des zu Boden gegangenen Gegners.
Alle diese Vergehen können mit Verweisen, Verwarnungen oder Disqualifikationen bestraft werden. Sobald der Ringrichter die Kämpfer ermahnen oder verwarnen will, muß er den Kampf abbrechen. Erst auf sein Kommando "Weiter" wird der Kampf wieder fortgesetzt.

  Artikel 48:  Verwarnungen.
Für leichtere und unerhebliche Verstöße kann der Ringrichter Verwarnungen erteilen. Jede Verwarnung muß öffentlich bekanntgegeben und im Punktzettel verzeichnet werden.

Wenn im Verlaufe eines Kampfes derselbe Boxer wegen desselben oder anderer Fehler zweimal verwarnt wurde, ist er beim dritten Anlaß zur Verwarnung zu disqualifizieren.

  Artikel 49:  Dauer der Kampf-Disqualifikationen.
Jede für einen Verstoß im Kampfe vom Ringrichter ausgesprochene Disqualifikation eines Boxers bleibt solange in Kraft, bis der SA. sie aufhebt.

  Artikel 50:  "Lösen".
Der Boxer, der hält, darf nicht schlagen, der Gehaltene darf schlagen. Auf das vom Ringrichter gegebene Kommando "Brechen" müssen die Gegner sich voneinander lösen. Nach dem Lösen kann der Kampf sofort wieder aufgenommen werden.

  Artikel 51:  Niederschlag und Auszählen.
Berührt ein Kämpfer anders als mit den Fußsohlen den Boden, oder hängt er verteidigungsunfähig in den Seilen, oder befindet er sich außerhalb des Ringes, so muß der Ringrichter mit dem Zählen beginnen. Gezählt wird die Zeit der 10 Sekunden in der Weise, daß das Ende der l. bis 9. Sekunde durch die Zahl, der Ablauf der 10. Sekunde durch das Wort "Aus" festgestellt wird.

Befindet sich ein Kämpfer am Boden, muß sich der Gegner in eine neutrale Ecke begeben. Tut er dies nicht, so muß der Ringrichter mit dem Zählen aufhören, bis er der Anordnung nachgekommen ist. Der Ringrichter hat sich zwischen die beiden Kämpfer zu stellen. Es darf nicht früher weitergekämpft werden, bis der Ringrichter die Ermächtigung dazu gibt. Als am Boden befindlich gilt derjenige, der eine Hand oder ein Knie auf dem Boden hat, ebenso derjenige, der verteidigungsunfähig in den Seilen hängt, oder sich nicht verteidigungsfähig in Kampfstellung befindet.

Im Falle eines doppelten Niederschlages wird derjenige, der sich vor dem Auszählen vom Boden erhebt, zum Sieger erklärt. Falls beide Kämpfer ausgezählt werden, wird keine Entscheidung verkündet.

Geht ein Kämpfer in einer Runde nach einem Niederschlag zum zweiten Male zu Boden, ohne einen Schlag empfangen zu haben, so wird das Zählen vom ersten Niederschlag fortgesetzt. - Das Ende der Runde beendet jedes Zählen.

  Artikel 52:  K.o. durch Verletzung.
Wird ein Kämpfer durch irgendeine Verletzung ohne Schuld des Gegners in der Runde kampfunfähig, oder fällt er aus dem Ring, so gilt er als zu Boden, es wird gezählt und er hat, falls er nicht innerhalb der 10 Sekunden selbständig ohne Hilfe den Kampf fortsetzen kann, durch K.o. verloren.

  Artikel 53:  Verhalten des Ringrichters bei verbotenen Schlägen.
Landet ein Boxer einen verbotenen Schlag, so kann der Ringrichter ihn je nach dem Grade der Wirkung des Schlages sofort disqualifizieren oder eine Pause von einer Minute Dauer ansetzen. Nach Ablauf derselben fällt der Ringrichter seine Entscheidung, die entweder auf Verwarnung oder Disqualifikation zu lauten hat.

Meldet ein Boxer einen verbotenen Schlag, den der Ringrichter nicht gesehen hat, unterbricht der Ringrichter den Kampf und befragt das Kampfgericht.

  Artikel 54:  Grundloses Zu-Boden-gehen.
Geht ein Boxer während eines Kampfes zu Boden, ohne einen Schlag erhalten zu haben, muß der Ringrichter mit dem Zählen beginnen, und wenn er innerhalb 10 Sekunden sich wieder zum Kampf stellt, ihn verwarnen. Beim zweiten Male verfällt er der Disqualifikation. Wird er ausgezählt, so hat er den Kampf durch K.o. verloren und ist zu bestrafen.

  Artikel 55:  Annullierung eines Kampfes.
Steht der Ringrichter unter dem Eindruck, daß der Kampf nicht ehrlich sei oder die Kämpfer nicht unter Einsatz ihres ganzen Könnens und Willens kämpfen, ist er verpflichtet, einzuschreiten und öffentlich zu verwarnen, im Wiederholungsfalle nach der zweiten Verwarnung Disqualifikation auszusprechen. Die Entscheidung lautet dann "Kein Kampf". Der bzw. die Boxer werden der B.B.D, zur Bestrafung angezeigt. Die Börsen werden gesperrt, über ihre Verwendung entscheidet der S.A. Steht ein Mitglied des Kampfgerichtes oder der Delegierte auf dem Standpunkt, daß der Kampf nicht ehrlich sei, oder daß die Kämpfer nicht ihre Schuldigkeit tun, so hat er dies dem Ringrichter sofort mitzuteilen.

  Artikel 56:  Einbehaltung der Gage.
In folgenden Fällen hat der Delegierte der B.B.D. das Recht, die dem Boxer laut Kampfvertrag zustehende gesamte Geldsumme einzubehalten:

1. Wenn der Kampf auf Grund des Artikels 55 mit der Begründung "Kein Kampf" abgebrochen wird,
2. wenn der Boxer vom Ringrichter disqualifiziert wird,
3. wenn das Richterkollegium feststellt, daß der Boxer aus irgendeinem Grunde, z. B. infolge mangelhaften Trainings, nicht imstande ist, den übernommenen Kampf auszuführen,
4. wenn der Boxer den Kampf ohne triftigen Grund infolge einer angeblichen Verletzung oder eines angeblich erhaltenen verbotenen Schlages aufgibt, welcher vom amtierenden Arzt nicht bestätigt wird.

Diese Fälle unterliegen der Nachprüfung durch den S.A., welcher die Kampfsumme für verfallen erklären kann. Sodann fällt die Hälfte der Kampfsumme an den V.D.F., über den Rest bleibt dem S.A. die Verfügung vorbehalten.

  Artikel 57:  Einsprüche.
Proteste gegen unerlaubte Handlungen und Unregelmäßigkeiten, die während eines Kampfes geschehen sind, müssen innerhalb 24 Stunden schriftlich beim S.A. eingereicht werden.

  Artikel 58:  Meisterschaften von Deutschland.
Die B.B.D. vergibt die Meisterschaften von Deutschland in den einzelnen Gewichtsklassen und bestimmt allein das Kampfgericht.

Zu diesem Zwecke fordert sie durch Ausschreibung in den Amtlichen Nachrichten zur Abgabe von Börsenangeboten bis zu einem bestimmten Termin auf. Die Angebote werden in Gegenwart der Boxer bezw. ihrer Manager und der technischen Leiter geöffnet. Den Zuschlag erhält dasjenige Angebot, welches die größte Börse enthält. Bei gleichwertigen Angeboten entscheidet der Wille der Boxer bezw. ihrer Manager. Falls zwischen diesen keine Einigung erzielt wird, entscheidet der S.A.

Angebote, welche auf prozentuale Beteiligung an den Einnahmen abgegeben sind, sind nur bei gleichzeitigen Angeboten einer Mindestgarantie gültig.

  Artikel 59:  Qualifizierte Bewerber.
Für die Meisterschaften sind nur von der B.B.D. lizensierte Boxer deutscher Nationalität qualifiziert, die Mitglieder des V.D.F. sind.

  Artikel 60:  Ausscheidungskämpfe.
Durch Ausscheidungskämpfe können unter den von dem S.A. anerkannten Anwärtern der Endgegner für den Meister-, oder, wenn der Titel frei ist, das Endpaar für den Titelkampf ermittelt werden.

Der S.A. hat das Recht, Bewerbern auch ohne Ausscheidungskämpfe das Herausforderungsrecht an den Meister zu erteilen.

Herausforderungen unterliegen der Genehmigung durch den S.A.

Bei Ausscheidungen und Meisterschaften haben die Beteiligten die Pflicht, zu kämpfen, wenn der S.A. die Börse für angemessen erklärt, widrigenfalls verliert der Meister seinen Titel, die Herausforderer das Anrecht und können mit Suspendierung, zeitweilig oder auf Lebenszeit, bestraft werden. Bei Meisterschaften erhält der Meister 60 Prozent und der Herausforderer 40 Prozent der gebotenen Börse. Wenn ein Meister in einem nicht unter Meisterschaftsbedingungen ausgetragenen Kampfe von einem deutschen Gegner, der in diesem Kampfe innerhalb des Gewichtslimits antritt, k.o. geschlagen wird, so verliert er den Titel.

Für Meisterschaftskämpfe bestimmt die B.B.D. das Kampfgericht. Die Namen desselben werden den Kämpfern erst unmittelbar vor dem Kampfe bekannt gegeben. Die B.B.D. hat das Recht, seine Wahl zu ändern, Ablehnung des von der B.B.D. bestimmten Kampfgerichts ist ausgeschlossen.

  Artikel 61:  Ausscheidungsbedingungen.
Sämtliche Ausscheidungskämpfe werden wie folgt ausgetragen:

1. Die vom S.A. zugelassenen Kämpfer werden in den Amtlichen Nachrichten namentlich veröffentlicht.
2. Eine Paarung der Kämpfer durch den S.A. findet nicht statt, sondern bleibt den Veranstaltern resp. technischen Leitern überlassen.
3. Sämtliche Kämpfe zwischen Boxern, die in derselben Gewichtsklasse zugelassen sind und über mindestens 8 Runden, 5 Unzen, weiche Bandagen vereinbart worden sind, gelten als Ausscheidungskämpfe.
Aus dem Wettbewerb scheiden aus;
1. Wer seinen Kampf verliert,
2. wer mit Uebergewicht zum Kampfe antritt,
3. wer von einem deutschen Gegner, welcher sich nicht in den Ausscheidungen befindet, bei einem Kampf im Gewichtslimit geschlagen wird. Der Sieger kann an seine Stelle treten.
4. Die Bedingungen für diese Kämpfe sind 5 Unzen, weiche Bandagen; die Rundenzahl muß mindestens 8 betragen.
5. Bewerber, die innerhalb der vom S.A. festgesetzten Frist keinen Kampf untereinander bestritten haben, können nach Ermessen des S.A. von der weiteren Teilnahme an den Ausscheidungen gestrichen werden. Die Teilnahme eines Boxers an den Ausscheidungskämpfen verschiedener Gewichtsklassen wird nicht genehmigt.

  Artikel 62:  Herausforderung.
Der Endsieger aus den Ausscheidungskämpfen kämpft gegen den deutschen Meister in seiner Gewichtsklasse um den Titel. Die Herausforderung muß innerhalb 14 Tagen im eingeschriebenen Brief dem Generalsekretariat der B.B.D, eingereicht werden.

Den Tag der Herausforderung sowie den Tag der Annahme setzt der S.A. fest.

Der Kampf um den Titel wird ausgetragen:
1. mit geeichten 5-Unzen-Handschuhen, weichen Bandagen,
2. über 15 Runden.

Oeffentliche Herausforderungen zu einem Kampf und Annahme derselben ohne Zustimmung des S.A. sind verboten.

  Artikel 63:  Kampfbedingungen.
Kein Meistertitel kann anders gewonnen werden, als in einem Kampf zu den von der B.B.D, festgesetzten und genehmigten Bedingungen. Die Herausforderung muß durch den Boxer oder dessen Manager erlassen und an den S.A. gerichtet sein. Der S.A. übermittelt dieselbe an den Titelhalter.

Um zum Kampf um den Meistertitel zugelassen zu werden, müssen folgende Bedingungen vom Herausforderer erfüllt sein:

Er muß
a) Inhaber einer Lizenz der B.B.D, und Mitglied des V.D.F. sein,
b) Reichsdeutscher sein,
c) durch die B.B.D. als für die Herausforderung an den Titelhalter qualifiziert erachtet (Klasse, Gewicht usw.) sein,
d) bei der Herausforderung ein Depot hinterlegen. Die Summe beträgt 150,- RM. bis inklusive Leichtgewicht. 300,- RM. für alle höheren Gewichtsklassen.
Das Depot muß offiziell bestätigt sein, andernfalls gilt die Herausforderung als nicht vorhanden. Bei Innehaltung sämtlicher Pflichten des Herausforderers geht das Depot an diesen zurück, andernfalls verfällt es dem Titelhalter.

Vom Tage der Herausforderung an hat der Titelhalter einen Monat Frist, um den Kampf anzunehmen. Innerhalb der nächsten zwei Monate vom Tage der Annahme durch den Titelhalter muß der Kampf ausgetragen sein.

  Artikel 64:  Kampftermin.
Für alle deutschen Meisterschaften und die Ausscheidungskämpfe setzt die B.B.D. die endgültigen Termine fest. Falls einer der für die Ausscheidungen und Meisterschaften bestimmten Kämpfer zu dem endgültigen Termin aus irgendwelchem Grunde immer, auch wegen einer im Vorkampfe oder im Training erlittenen Verletzung, nicht antritt, so geht er seines Anspruches auf den Ausscheidungskampf, gegebenenfalls auf den Meisterschaftskampf, evtl. des Meistertitels selbst verlustig. Kämpft also ein Boxer vor diesem angesetzten Ausscheidungs- oder Titelkampf, so geschieht dies auf seine eigene Gefahr.

  Artikel 65:  Gewichtsfeststellung bei Meisterschaften.
Das Gewicht der Kämpfer ist am Tage des Kampfes spätestens acht Stunden vor dessen Beginn festzustellen. Bringt ein Kämpfer nicht das vorgeschriebene Gewicht, so muß er trotzdem zum Kampf antreten. Der Kampf geht jedoch nicht um den Titel.

Der Herausforderer muß als erster gewogen werden. Der Titelhalter braucht sich nicht früher wiegen zu lassen, bevor der Herausfordernde sich durch sein Gewicht qualifiziert hat. Die Gegner werden von einer Wiegekommission in Gegenwart eines Delegierten der B.B.D. gewogen. Protokolle über das festgestellte Gewicht sind von dem Delegierten anzufertigen und der B.B.D. unterschriftlich vollzogen einzureichen. Hat der Herausforderer nicht das festgesetzte Gewicht, so fällt das Depot an den Titelhalter. Bei Uebergewicht des Titelhalters geht dieser seines Titels verlustig und Artikel 67 findet Anwendung. Kann der Titelhalter das Gewichtslimit seiner Klasse nicht mehr bringen, so muß er dies spätestens 14 Tage vor seinem Titelkampf dem S.A. mitteilen und seinen Titel niederlegen.

  Artikel 66:  Pflichten und Rechte des Titelhalters.
Der Titelhalter ist bei allen seinen Kämpfen verpflichtet, ein derbyblaues Band als Abzeichen der Meisterschaft zu tragen.

Er ist fernerhin verpflichtet, innerhalb eines Monats nach Austragung des Titelkampfes der B.B.D. sein Bild mit Unterschrift, Angabe seines Titels und des Jahrganges der gewonnenen Meisterschaft zu übergeben.

  Artikel 67:  Titelverlust.
In folgenden Fällen verliert der Meister seinen Titel:

1. Im Falle des Verlustes des Herausforderungskampfes,
2. im Falle der Weigerung, eine durch die B.B.D. genehmigte Herausforderung anzunehmen,
3. im Falle des Nichtantretens zum Herausforderungskampf oder zum Wiegen zur festgesetzten Frist, oder Bringen von Uebergewicht,
4. im Falle der Nichtannahme des Kampfes durch Verweigerung des von der B.B.D. bestimmten Kampfgerichts,
5. im Falle, daß der Meister die Mitgliedschaft des V.D.F. verliert,
6. im Falle der Titelhalter an einer Veranstaltung teilnimmt, die nicht durch die B.B.D, genehmigt ist,
7. im Falle er ohne Auslandsstarterlaubnis im Auslande kämpft,
8. im Falle er von einem deutschen Gegner in einem nicht unter Meisterschaftsbedingungen ausgetragenen Kampfe, in welchem der Gegner innerhalb des Gewichtslimits des Meisters antritt, k.o, geschlagen wird,
9. im Falle der Weigerung, in einem Ring zu kämpfen, der den Vorschriften des Artikels 30 entspricht. Sind Verträge für eine Meisterschaft von beiden Parteien getätigt, und verliert der Meister oder der Herausforderer inzwischen einen Kampf gegen einen deutschen Boxer im Gewichtslimit durch K.o., so kann der Sieger an seine Stelle treten.
Im Falle, daß beide Kontrahenten vor dem Meisterschaftskampf durch K.o. verlieren, hat der S.A. das Recht, die Meisterschaft neu austragen zu lassen.

  Artikel 68:  Auslandsstarts.
Die von der B.B.D. lizensierten Boxer haben für Auslandskämpfe vorherige Starterlaubnis bei der B.B.D. einzuholen. Hierbei ist der Gegner, der Ort und das Datum des Kampfes anzugeben. Nichtbefolgung dieser Regel zieht Strafe bis zur Disqualifikation nach sich.

  Artikel 69:  Nichtvorhergesehene Fälle.
Die B.B.D. behält sich das Recht vor, Entscheidungen zu treffen oder Strafen zu verhängen, für ein in den vorstehenden Artikeln nicht vorgesehenes sportliches Vergehen. In diesem Falle entscheidet die B.B.D. im Interesse des Sportes und der Beteiligten.

  Artikel 70:  Inkraftretung.
Diese sportlichen Regeln treten mit der Veröffentlichung im amtlichen Organ in Kraft.

Richard Mueck,
Präsident d. Boxsport-Behörde

E. Sander,
Obmann d. Sportausschusses.

Martin Koslowski,
l. Vors. d. Verbandes deutscher Faustkämpfer.




Kampf-Vertrag.

Verträge, die ohne Unterschrift des Technischen Leiters abgeschlossen werden, haben keine Gültigkeit. Verträge sind dreifach auszufertigen. Ein Exemplar ist dem S.A. 24 Stunden nach Abschluß einzureichen.

Zwischen dem Unterzeichneten ...... anerkannt als Veranstalter im Rahmen der Bestimmungen der BBD einerseits, und dem, Boxer Herrn ...... lizensiert durch die BBD (Lizenz Nr. ......) andererseits, vertreten durch den Manager ...... lizensiert durch die BBD (Lizenz Nr. ......), wird festgelegt und bestimmt wie folgt:

1. Der Veranstalter verpflichtet den unterzeichneten Boxer zu einem Kampf nach den Regeln der BBD am ...... 192...... in ......, ...... Uhr, bei einem Gewicht von ...... kg. Als Gegner ist Herr ...... bei einem Gewicht von ...... kg bestimmt. Der Kampf geht über ...... Runden á ...... Minuten mit einer Pause von einer Minute zwischen den Runden; das Gewicht der Handschuhe beträgt ...... Unzen. Als Bandagen werden ...... vereinbart.

Als Kampfrichter im Ring fungiert Herr ......, als Punktrichter die Herren ...... . Sämtliche Funktionäre, wie Kampfrichter, Punktrichter, Zeitnehmer, müssen vom S.A. lizensiert sein.

Der Veranstalter erklärt, daß er für sämtliche Schäden der Boxer haftet, die durch die Unvorschriftsmäßigkeit des Ringes entstehen.

2. Der Boxer ist verpflichtet, unter den im Vertrag befindlichen Bedingungen zu kämpfen. Der Boxer erklärt, daß er in körperlich bestem Zustande zum Kampf antreten wird, keine Gebrechen und physischen Unfähigkeiten zu verheimlichen hat.

Der Boxer kämpft auf eigene Gefahr.

Als Kampfpreis wird festgesetzt: RM ...... Gage jedem Falle. RM ...... Börse, davon ...... % im Falle des Sieges, ...... % für unentschiedenen Kampf, ...... % bei Verlust des Kampfes.

Bei prozentualer Beteiligung laut vom S.A. genehmigten Zusatzvertrag vom ...... werden ...... % Gage/Börse festgesetzt. Hiervon im Falle des Sieges ...... % der Börse; für Unentschieden ...... % der Börse; bei Verlust des Kampfes ...... % der Börse.

Außerdem verpflichtet sich der Veranstalter, für Reise- und Trainingsspesen usw. weitere RM ...... zu zahlen.

Bringt einer der Boxer nicht das vertraglich vereinbarte Gewicht auf die Wage, so hat er an seinen Gegner eine Geldbuße von RM ...... zu zahlen.

Bringen beide Boxer nicht das vertraglich vereinbarte Gewicht, so haben beide Boxer je RM ...... als Buße zu entrichten, die der Unterstützungskasse des V.D.F. zufällt.

Der Unternehmer verpflichtet sich, 100 Prozent, mindestens aber 50 Prozent der Gesamtkampfsumme einschließlich Trainingsspesen usw. (bei Kämpfen, in denen für verschiedene Resultate entsprechende Gagen angesetzt sind, gilt als Gesamt-kampfsumme die höchste Gage) bis spätestens 10 Tage vor dem Kampfe bei dem S.A. zu deponieren. Die restlichen 50 Prozent sind eine Stunde vor Beginn des ersten Kampfes dem Delegierten der BBD zu übergeben.

In folgenden Fällen hat der Delegierte der BBD das Recht, die Summe des Vertrages dem Boxer vorzuenthalten:

1. Bei offensichtlichem Scheinkampf.
2. Bei Abbruch des Kampfes durch den Kampfrichter wegen Mangel an Kampf des Unterzeichneten.
3. Bei Aufgabe des Kampfes ohne triftigen Grund.
4. Bei Aufgabe des Kampfes wegen angeblicher Verletzung (Entscheidung, ob die Verletzung triftig ist, trifft der amtierende Arzt).
5. Bei Disqualifikation durch das Kampfrichterkollegium, dessen Entscheidungen der S.A. nachzuprüfen hat.
6. Bei Unvermögen zur Ausführung des Kampfes, festgestellt durch das Richterkollegium. Bei Verstößen gegen vorstehende Bedingungen verfallen 50 Prozent der Kampfsumme dem V.D.F., über die Restsumme bleibt dem S.A. die Verfügung vorbehalten.

Sollte aus irgendwelchen Gründen, sei es höhere Gewalt, wie Streik, Unruhen usw., eine Verschiebung des Kampftages stattfinden müssen, so wird der Kampf auf einen späteren Termin verschoben; dieser Termin darf nicht weiter als bis ...... hinausgesetzt werden. Als Vergütung für den ausfallenden Kampftag wird bis zum neuen Termin RM ...... pro Tag geleistet.

Herr ...... verpflichtet sich, bis zum Tage der Austragung des Kampfes nicht anderweitig zu boxen. Zwecks Festsetzung seines Gewichts ist der Boxer verpflichtet, in Gegenwart des Technischen Leiters, der Wiegekommission des V.D.F. und des Delegierten der BBD am ...... in ...... Wiegelokal: ...... um ...... Uhr auf die Wage zu gehen. Sollte sich der Gegner unverschuldet nicht zu dem festgesetzten Termin einfinden können, so sind beide Kontrahenten verpflichtet, sich über einen gleichwertigen Gegner zu einigen. Sollte eine Einigung nicht erzielt sein, so ist die Entscheidung des S.A. bzw. des Delegierten der BBD bindend.

Alle Sekundanten müssen von dem S.A. lizensiert bzw. anerkannt sein.

Für Wertgegenstände, welche am Kampftage nicht bei der Direktion zur Aufbewahrung gegeben werden, wird kein Ersatz gegeben.

Bei Meisterschaftskämpfen sind von beiden Parteien besondere von der BBD zu genehmigende Vereinbarungen zu treffen.

Mündliche Abmachungen haben keine Gültigkeit.

Die Steuerbehörde erhebt von den Gagen der ausländischen Boxer 4,75% Einkommen- und Umsatzsteuer, die von dem Delegierten einbehalten wird.

Gerichtsstand für beide Teile ist Berlin, Amtsgericht Berlin-Mitte.

Besondere Vereinbarungen: ......
...... , den ...... 192..
Gelesen und anerkannt, Veranstalter:
............
Gelesen und anerkannt, Boxer oder Manager:
............
Der technische Leiter:
............


Manager-Vertrag.

l. Der Boxer ...... bedient sich des Herrn ...... für die Dauer von ...... Jahren, vom Inkrafttreten dieses Vertrages an gerechnet, als alleinigen Manager.

2. Er ist verpflichtet, in allen Boxkämpfen und Veranstaltungen und gegen jeden Gegner anzutreten, für welche er durch Vermittlung des Managers oder von diesem selbst engagiert wird. Hierzu gehören neben Boxkämpfen auch sonstige sportliche Veranstaltungen und Vorführungen, welche in das Gebiet des Berufsboxsportes fallen.

3. Dem Boxer ist es verboten, ohne Erlaubnis des Managers an einem Boxkampf oder an irgend einer anderen boxsportlichen Veranstaltung teilzunehmen.

4. Die Benutzung seines Namens für Reklame- oder ähnliche Zwecke darf der Boxer nur mit Genehmigung seines Managers hergeben.

5. Der Boxer hat allen Trainingsanordnungen des Managers Folge zu leisten, einen den Erfordernissen seines Berufes entsprechenden Lebenswandel zu führen; er ist verpflichtet, alles zu tun, um die vom Manager auf Grund dieses Vertrages eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen.

6. Der Manager ist verpflichtet, dem Boxer ...... Kämpfe und anderweitige Betätigungsmöglichkeiten auf boxsportlichem Gebiete nach bester Möglichkeit zu verschaffen und die Interessen des Boxers nach jeder Richtung hin bestmöglichst wahrzunehmen.

7. Der Manager erhält als Entgelt für seine Tätigkeit ...... % der Kampfbörsen. Von Schaukämpfen und ähnlichen Vorführungen erhält der Manager ...... %. Von anderen Einkünften, die Herr ...... aus seiner Eigenschaft als Berufsboxer erzielt, erhält der Manager ...... %.

Bei der Berechnung des dem Manager zufallenden Anteils werden von der Einnahme des Boxers die Kosten für Kampfvorbereitungen sowie für Reisen, welche der Boxer in Ausübung seines Berufes unternimmt, abgezogen. Sollte sich bei Auslandskämpfen die Hinzuziehung eines dortigen Interessenvertreters für notwendig erweisen, so hat dessen Vergütung zu 3/4 der Manager, zu 1/4 der Boxer zu tragen. Uebersteigt dieses Viertel der Gebühr für den Interessenvertreter den Betrag von 10% der Kampfgage des Boxers, so ist dieses Mehr vom Manager zu tragen.

8. Der Manager zeichnet die Verträge; er hat allein das Recht die Börsen in Empfang zu nehmen und darüber Quittung zu leisten.

9. Der Manager verpflichtet sich, für genügende Trainingsgelegenheit, Sparringspartner und Sekundanten zu sorgen. Der Manager verpflichtet sich, das Training selbst zu leiten. (Falls nicht zutreffend, zu streichen.)
Die Kosten für das gewöhnliche Training trägt der Manager.

10. Im Falle der Abwesenheit oder Behinderung des Managers ist der Manager berechtigt, im Einvernehmen mit dem Boxer einen vom SA. lizensierten Manager mit seinem Vertrag zu beauftragen oder den Boxer selbst zur Wahrnehmung seiner Geschäfte zu ermächtigen.

11. Der Vertrag verliert seine Gültigkeit, falls einer oder beide Vertragsparteien ihrer Lizenz oder ihrer Mitgliedschaft im VDF verlustig gehen.

12. Die Unterschrift unter diesem Vertrag muß von beiden Parteien vor dem SA oder dessen Beauftragten vollzogen werden.

13. Dieser Vertrag gilt für die ganze Welt.

14. Der Vertrag tritt mit dem Tage in Kraft, an welchem er vom SA genehmigt ist. Er muß ein Vierteljahr vor Ablauf gekündigt werden, andernfalls läuft er automatisch für die Dauer eines Jahres weiter.

15. Mündliche Vereinbarungen haben keine Gültigkeit.

16. Für alle Streitigkeiten aus diesem Vertrage erkennen beide Parteien unter Ausschaltung des ordentlichen Gerichtsweges folgende Schiedsgerichte an:
In erster Instanz den SA des VDF,
als Berufungsinstanz die BBD.
Die Parteien kommen überein, daß das Schiedsgericht bei einem Verstoß gegen vorliegenden Vertrag berechtigt sein soll, neben anderen Entscheidungen auf eine an die obsiegende Partei zu zahlende Geldbuße bis zur Höhe von ...... RM. zu erkennen, ebenso auf Auflösung des Vertrages.

17. Besondere Vereinbarungen:

Berlin, den ...... 19..

Manager ............ Boxer ............


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© 2000,  Jens Gatzenmeier

 Stand: Oktober 2007