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Athleten-Club Einigkeit Elmshorn von 1893 e.V.

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     75 Jahre Boxen in der SV Polizei
75 Jahre sind in der Geschichte eines Sportvereins ein beachtlicher Zeitabschnitt, der Höhen und Tiefen aufweist, sportliche Siege und Niederlagen, Aufwärtsentwicklung und Rückschläge.

Auf 75 Jahre sportliche Aktivität kann die Boxabteilung der Sportvereinigung in diesem Jahr zurückblicken. Ihr Lebenslauf wurde geprägt von den schweren Jahren nach dem l. Weltkrieg, dem 2. Weltkrieg und vom Wiederbeginn unmittelbar nach dem Krieg.

Der Boxsport schien sich bei den Polizisten schon früh großer Beliebtheit zu erfreuen, denn nur so war es zu verstehen, daß die Sparte Boxen zu den ersten Abteilungen nach Gründung der SV Polizei im Mai 1920 gehörte. Altmeister Hermann Krause, Ernst Velminen und Werner Schmalinski waren die Gründungsväter der Abteilung. Die ersten Boxstätten waren Sporthallen in der Münzstrasse, Rothenburgsort, Barmbek und Hammerbrook. Später kam dann die Sporthalle in der Kaserne Bundesstraße hinzu. Bei Vergleichskämpfen gegen die Staffeln von Sparta, Hermes und dem HSV konnten die Zuschauer feststellen, daß die Boxer der SV Polizei nicht nur im Dienst als "Freund und Helfer", sondern auch im Ring ihren Mann standen. Die Gebrüder Baumgarten, Walter Beyer, Adje Höppner und Lund, um nur einige wenige zu nennen, wurden zu tüchtigen Boxern. Der erste große Aufschwung für die Abteilung kam Ende der 30er Jahre, unmittelbar vor dem 2.Weltkrieg. Trainer Hans "Hanne" Wichmann - von allen nur Welttrainer genannt - war Cheftrainer und leitete die Gruppe Hamburg und die Unterabteilungen Barmbek und Harburg. Es gab einen ungeahnten Aufschwung und die Boxabteilung zählte allein in der Sporthalle Bundesstraße 200 Mitglieder. Hanne Wichmann brachte mehrere deutsche Junioren- und Deutsche Meister heraus, so wurden u.a. Adi Baumgarten 1936/37 und 1938 Deutscher Meister im Mittelgewicht und 1941 im Halbschwergewicht. Der 1990 verstorbene "Kuddl" Schmidt wurde 1941 Deutscher Meister im Mittelgewicht, sowie 1942/43/44 im Halbschwergewicht. Für die ältere Generation seien hier noch einmal einige Namen aus der damaligen Boxstaffel der SV Polizei genannt: Adi Baumgarten, Kuddl Schmidt, Hein ten Hoff, Richard Grupe, Otto Gortzke, Karl Platte, Otti Domke, Fritz Leetz und Heini Jauert. Diese Staffel, in ganz Deutschland bekannt, konnte sich wahrlich sehen lassen. Für die deutsche Nationalmannschaft, die aus etwa 25 Boxern bestand, wurden von der SV Polizei allein 10 Boxer gestellt.

Es gab aber auch schlechte Zeiten für die Faustkämpfer der Polizei. 1933 mußte die Halle Bundesstraße für die Wehrmacht geräumt werden. Ausgewichen wurde in die Halle Mühlenstrasse am Michel. Es war sehr schwer, die jungen Boxer bei der Stange zu halten. Viele wurden zur Wehrmacht eingezogen oder waren bei anderen Organisationen dienstverpflichtet. Was wurde nicht alles unternommen, um die jungen Sportler dem Boxen zu erhalten. Wieder war es Hermann Krause, der nichts unversucht ließ, um sein Ziel zu erreichen - dann meist auch mit Erfolg! Als dann fast alles wieder normal verlief, sogar die Sporthalle Bundesstraße konnte wieder benutzt werden, brach 1939 der Krieg aus. Natürlich wurde auch im Krieg in vermindertem Umfang weitergeboxt. Als die Halle dann bei den schweren Bombenangriffen 1943 zerstört wurde, fanden die Sportler eine neue Heimstatt in der Oberstrasse. Aber auch diese wurde ein Opfer der Bomben und so wurde schließlich im 6.Stock des, heute noch existierenden, Bunkers am Heussweg/Höhe Osterstrasse trainiert. Hier trainierten dann nicht nur die Kämpfer der SV Polizei, sondern auch die heimatlos gewordenen Aktiven der anderen Hamburger Vereine und man gründete eine Trainingsgemeinschaft.

Bei Kriegsende waren so ziemlich alle Übungsstätten und die Geschäftsstelle im Polizeihaus zerstört. Die Chroniken und ein Großteil der Vereinsunterlagen waren verbrannt. Die Sportvereinigung Polizei Hamburg existierte nur noch in der Erinnerung ihrer Mitglieder. Dieser Zustand währte aber nicht lange. Am 3.April 1946 wurde im Speisesaal des Gebäudes Deutscher Ring während einer Beiratssitzung unter der Leitung des damaligen Polizeichefs Bruno Georges ein neuer Anfang gewagt.

Trainer Hanne Wichmann und so erfolgreiche Boxer wie Kuddl Schmidt, Hein ten Hoff, Otto Domke, Otto Goetzke und Richard Grupe verabschiedeten sich vom Amateurboxsport und wechselten ins Profilager. Niemand nahm ihnen das übel, denn die Zeiten waren hart und das Profiboxen bot manchem eine einigermaßen vernünftige Existenzgrundlage. In der Boxabteilung der SV Polizei wurde deswegen aber nicht resigniert. In einer Halle im Keller des Sprinkenhofs wurde wieder begonnen zu boxen. Die Trainingsgemeinschaft mit den anderen Hamburger Vereinen hatte sich wieder aufgelöst. Sogar Boxveranstaltungen wurden im Sprinkenhof unter primitivsten Bedingungen durchgeführt! Hermann Krause, Franz Mück, der Hanne Wichmann als Trainer abgelöst hatte, und ihre Mitstreiter arbeiteten unverdrossen. Der Idealismus dieser Unentwegten lohnte sich. Mit der Fertigstellung der Halle Haubachstrasse kam ein Aufschwung, wie er auch von Berufsoptimisten nicht erwartet werden konnte. Franz Mück, Walter Möller und nicht zu vergessen Jugendtrainer "Guschi" Bühn arbeiteten als Amateure reinsten Wassers. Dreimal pro Woche wurde trainiert und an den Sonntagen führte Franz Mück auch noch ein Sondertraining durch. Die boxbegeisterte Jugend strömte in die Halle Haubachstrasse.

1953 wurde Heini Meinhardt bei den Junioren erstmals Hamburger und dann auch Norddeutscher Meister. Das Jahr 1957 wurde von 2 besonderen Erfolgen geprägt. Heini Meinhardt, mehrfacher Meister, wurde bei den Deutschen Meisterschaften zum Besten Techniker gewählt und Walter Möller holte sich in seinem 43. Lebensjahr die Deutsche Polizeimeisterschaft im Halbschwergewicht.

Die 50er und 60er Jahre wurden geprägt durch Boxer wie Heini Meinhardt, Werner Tredop, Wolfgang Schneckner, Walter Glamann, Günther Hanns, Karl Wamecke, Günther Salisch, Hans-Hermann Heider, Horst Hieper, Dieter Kroger, Werner Minuth, Gerhardt und Heino Dohrmann, Ingo Breustedt, Hans-Peter Schulz, Herbert Lange, Helmuth Hinz, Willi Hass, Gerhardt Hess, Uwe Meyer, Werner Mast, Günther Käding, Ernst Rappelmann, Herbert Stettin, Horst Volpert, Horst Maass, Manfred Rnaak, Dettmer Gerdes und Dieter Jacobsen.

Für die 70er und 80er Jahre seien stellvertretend genannt Peter Lutz, Ralf und Thomas Phillip, Ali Geyik und Thorsten Steinbeck. Die Liste ist natürlich unvollständig, wenn nicht der Name Thorsten Spürgin aufgeführt wird, der in der Reihe der großen Boxer der SV Polizei zweifellos einen besonderen Platz einnimmt. Thorsten wurde 10mal Hamburger Meister, 2mal Deutscher Meister und 3mal deutscher Vizemeister. Er bestritt unzählige Kämpfe für die deutsche Box-Nationalmannschaft und war Sieger bei vielen internationalen Turnieren. Was ihn besonders auszeichnete, war sein ungeheurer Trainigsfleiß, der es seinem Trainer Heini Meinhardt leicht machte, ihn zu dem Boxer zu formen, der dann in ganz Deutschland einen so guten Namen hatte.

Die Voraussetzungen für die so überaus erfolgreiche Arbeit schufen Abteilungsleiter wie Hermann Krause, Hans Schrader, Fritz Baeune, Georg Bemdt, Adolf Wittholz, Kurt Irtz, Dieter Jacobsen und Dettmer Gerdes. Auch diese Aufzählung kann leider nicht vollständig sein!

Sportlicher Höhepunkt in der jüngeren Geschichte waren die Durchführung und Ausrichtung des Deutschland-Pokals für Jugend- und Juniorenboxer im Jahre 1990 unter der Leitung von Dieter Jacobsen, Walter Steinbeck und Dettmer Gerdes. Engin Citak wurde als Sieger zu seinem bisher größten sportlichen Erfolg geführt. Sicher nicht zuletzt auch ein Verdienst seines langjährigen Trainers Henry Reimers.

Die Liste unserer sportlich erfolgreichsten Boxer wird in den vergangenen Jahren zunehmend geprägt durch ausländische Namen. Ali Geyik, Engin Citak, Bülent Zorlu errangen eine Vielzahl von Hamburger und Norddeutschen Meisterschaften für unseren Verein. Die Boxabteilung der SV Polizei ist mit ihrer Sporthalle Haubachstrasse sportliche Heimstatt für unzählige Mitglieder ausländischer Herkunft. Beweis für die hohe Integrationskraft unserer Sportart! Im Jugendbereich hoffen wir. daß die Brüder Noureddin und Yavuuz Keles, sowie Mike Sühr die gute Tradition der SV Polizei fortsetzen werden. Dies nicht zuletzt mit ihren Trainern Henry Reimers und Andreas Lahn für den Jugendbereich und Horst Berlin und Hüseyn Gülgin bei den Senioren, unbestrittene Nummer 1 im Seniorenbereich ist derzeit unser Malte Joehnk. Ein Vorbild an Trainingsfleiss und Kampfeswillen. Er blickt mittlerweile bereits auf eine große Anzahl von Einsätzen in der l. Bundesliga für Sparta Flensburg und den SV Glinde in der 2. Bundesliga zurück.

Geleitet wird die Abteilung heute von Dettmer Gerdes ( 1. Obmann), Georg Rüsbüldt ( 2.0bmann), Willi Dördelmann (Schatzmeister) und Ulf Dreckmann (Jugendwart).

Die Chronisten möchten diesen Rückblick auf 75 Jahre Boxen in der SV Polizei Hamburg nicht beenden ohne den unzähligen Ungenannten, die den Betrieb eines Vereins überhaupt erst möglich machen, ihren herzlichen Dank auszusprechen . Um Nachsicht bitten wir. wenn uns Irrtümer unterlaufen sein sollten, aber wir waren häufig auf mündliche Auskünfte angewiesen, wobei sich dann möglicherweise der eine oder andere Fehler eingeschlichen haben mag.

Zur Feier unseres Jubiläums haben wir uns die Boxstaffel des Schweriner SC und viele Ehrengäste, ehemalige Aktive und Freunde des Vereins eingeladen. Wir hoffen auf einen guten sportlichen Verlauf und wünschen, daß es viele Wiedersehen unter unseren Gästen und die Gelegenheit zu einem "weißt du noch, damals" gibt. Mit diesen Wünschen gehen wir guter Dinge in die nächsten 75 Jahre !

Hamburg, im April 1996

Die Chronisten

PAUL KNAPPE
DETTMER GERDES
DIRK MEYER



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© 2000,  Jens Gatzenmeier

 Stand: Oktober 2007