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     Boxer träumen von einer glorreichen Zeit

Wedeler Turn- und Sportverein e.V. - Festschrift 125 Jahre


        Wedeler Turn- und Sportverein e.V. - Festschrift 125 Jahre


Boxer träumen von einer glorreichen Zeit

Die Boxer bilden heute eine der kleinsten Abteilungen des Vereins. Gleichwohl gehörten sie ein Vierteljahrhundert zu den sportlichen Leistungsträgern und machten den Namen Wedeler TSV in der gesamten Bundesrepublik bekannt. Mit Hans-Georg Pillarz stellten die Wedeler Boxer einen Europameisterschaftsteilnehmer und Abonnementsmeister im Bantamgewicht, mit Reinhard Eichberger einen weiteren Nationalstaffelboxer. Pillarz, Lehmann, Peter Hester und Eichenberger gelang es 1962, in die jahrzehntelang schier undurchdringliche Phalanx der Hamburger Vereine Heros, Sportmann und Polizei einzudringen, die in der Hansestadt die Meistertitel unter sich verteilten. Wenn am Rosengarten Vergleichskämpfe und Meisterschaftsveranstaltungen ausgetragen wurden, war die Halle mit 500 bis 700 Zuschauern nicht selten bis auf den letzten Stehplatz besetzt.



Jederzeit Chef im Ring: Hans-Georg Pillarz im Finale der Hamburger Meisterschaft gegen Köpke (Condor), der klar nach Punkten unterlag.
Jederzeit Chef im Ring: Hans-Georg Pillarz im Finale der Hamburger Meisterschaft gegen Köpke (Condor), der klar nach Punkten unterlag.


Hunderte Wedeler sind durch die Abteilung gegangen. Einige sind dem Boxsport als Funktionäre erhalten geblieben: Herbert Offermanns, Sportwart der Box-Abteilung, gehörte jahrelang zu den erfolgreichsten Kämpfern. Karl Blumberg, der heutige Trainer und Abteilungsleiter Günter Wilke sind seit mehr als 35 Jahren dabei. Die Fußballer erhielten in Lothar Marten, Theo König und Reinhard Dreschniol aus den Reihen der einstigen Boxer Jugendbetreuer. Auch Wolfgang Pein, heutiger Abteilungsleiter der Judoka, begann seine sportliche Laufbahn bei den Boxern.

Die Abteilung wurde 1954 gegründet, als Erich Mollenhauer, der als Amateur und Profi viele Jahre mit der deutschen Prominenz im Ring gestanden hatte, von Hannover nach Wedel umzog. Er hatte sich seine ersten Kämpfer auf den Tanzböden zusammengesucht - bei "Köhlers Gasthof", in der "Scharpen Eck" oder im "Holsteinischen Haus" in der Rolandstraße. Zu ihnen gehörten u.a. Jürgen Hester, Werner Stüben und Walter Köppen, die später weithin bekannt wurden. Auch der amtierende Seniorenmeister der Golfer, "Seppl" Noldt, schwang für den Wedeler TSV die Fäuste. Günther Wilke, der damals für die Zusammenstellung der sportlichen Programme zuständig war, erinnert sich: "Die Abteilung hatte vom Halbmittel- bis zum Halbschwergewicht soviele Kämpfer, daß es unmöglich war, für sie in Hamburg und Schleswig-Holstein geeignete Gegner zu engagieren." Hinzu kamen bald zwei weitere Boxer, die schon in anderen Vereinen Erfahrungen gesammelt hatten: Alfred Hagen aus Travemünde und Günter Nebendahl vom aufgelösten Verein Olympia Lurup, die ebenfalls in diesen Gewichtsklassen kämpften. Gastspiele in Wedel gaben die Nationalstaffelboxer Peter Paffen aus Köln, der an der PTL zum Ingenieur ausgebildet wurde und Ernst Kappelmann aus Wilhelmshaven, der zweimal im Finale der Deutschen Meisterschaften gestanden hatte.

Nach Erich Mollenhauer waren der Ex-Profi Amandus Spitzkopf und der einstige Hamburger Meister Jonny Robohm und Herbert Offermanns am Rosengarten als Trainer tätig. Am erfolgreichsten war jedoch Bruno Moldt, der Anfang der sechziger Jahre eine Staffel aufbaute, die eine lange Zeit nur von wenigen Vereinen zu schlagen war. Unter ihm war Hans-Georg Pillarz dreimal Deutscher Vizemeister. Einmal unterlag der stets vorbildliche Sportsmann dem späteren Europameister Rene Weller in der DM-Endrunde knapp nach Punkten.



Ring frei ... Boxer und die es werden wollen gemeinsam mit ihren Trainern Karl Blumberg (Mitte rechts), Peter Dieckmann (Mitte) und Sportwart Herbert Offermanns
Ring frei ... Boxer und die es werden wollen gemeinsam mit ihren Trainern Karl Blumberg (Mitte rechts), Peter Dieckmann (Mitte) und Sportwart Herbert Offermanns


Wenn Trainer Karl Blumberg an diese Zeit denkt, so nicht ohne Wehmut. Der allgemeine Abwärtstrend des Boxsports hat auch den Wedler TSV erfaßt. Dennoch war es dem jetzigen Trainer vergönnt, mit Thomas Müller viermal ins Finale der Hamburger Meisterschaft einzuziehen, einige Jugend- und Juniorenmeister herauszubringen. Die Abteilung freut sich über kleine Erfolge und darf in aller Bescheidenheit für sich in Anspruch nehmen, für den Sport im allgemeinen und für den Verein im besonderen über Jahrzehnte wertvolle Arbeit geleistet zu haben.

Fotos und Text von Günther Wilke, Wedeler TSV
(aus: Festschrift des Wedeler TSV zum 125jährigen Bestehen (1988), Seiten 54-56)

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© 2000,  Jens Gatzenmeier

 Stand: Oktober 2007