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Athleten-Club Einigkeit Elmshorn von 1893 e.V.

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EN-Sportporträt vom 15.08.1960:
Kurt war ein "As" der Elmshorner Ringer

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EN-Sportporträt vom 15.08.1960:
Kurt war ein "As" der Elmshorner Ringer

In der Ausgabe der "Elmshorner Nachrichten" vom Montag, den 15. August 1960, befindet sich in der Rubrik "Das EN-Sportporträt" ein Artikel über Kurt Brauer.


Beginn der Abschrift

Kurt war ein "As" der Elmshorner Ringer

Elmshorn. Wer einmal in die leider ungeschriebene Vereinsgeschichte unseres einheimischen Schwerathletenclubs AC Einigkeit von 1893 "einsteigt", wird äußerst überrascht sein, Elmshorn im Lichte einer strahlenden Ringerhochburg zu erkennen. In den Jahren 1925 bis 1933 hat es wahrlich eine Blütezeit unserer "starken Männer" auf der Matte gegeben, auf die unsere große Sportgemeinde mit Stolz blickt. Der Vereinsgründer "Hinning" Maack und sein Sohn Max haben damals eine Sportgemeinschaft aufgebaut und gepflegt, wie ihresgleichen nur selten anzutreffen war.

Der AC Einigkeit, der 1933 als Arbeitersportverein leider aufgelöst wurde, spiegelt so recht das Wohl und Wehe eines Vereinsweges wider, dessen Fortsetzung aber durch einen rührigen Vorstand, wenn auch in wesentlich "bescheidenerer" Weise, gewährleistet sein dürfte. Die Sportart Ringen ist zur Zeit allerdings völlig außer Kurs geraten. Eine Tatsache, die im Zuge der allgemeinen Sportentwicklung an vielen Orten festzustellen ist. Auch das Niveau der Boxer, das in Elmshorn nach der Neugründung des Vereins im Jahre 1948 bis 1954 einen ausgezeichneten Stand erreicht hatte, konnte nicht gehalten werden ... dennoch: Glückauf, zu neuen Taten!

Eng verbunden mit dem AC Einigkeit ist der Name des einstigen einheimischen Ringer-Asses Kurt Brauer, den der EN-Reporter bei einem Bau in der Retina-Straße antraf. Kurt Brauer "entdeckte" seinen Lieblingssport als Neunzehnjähriger im Jahre 1922 in dem kleinen sächsischen Städtchen Schkeuditz bei Leipzig. Vorher hatte er sich drei Jahre dem Turnen und Radsport verschrieben. Bei Kurts Ringerbegabung wurde er bald eine große Stütze seines damaligen Arbeiter-Athletenclubs in Schkeuditz. Nachdem er 1924 als Gärtner beruflich nach Sparrieshoop als Gärtner zur Firma Kordes kam, trat er sofort in den AC Einigkeit Elmshorn ein.

Anfangs bestritt er seine Kämpfe im Leichtmittelgewicht, um dann zu den "Halbschweren" (über 75 kg) zu wechseln. Sein Sport nahm ihn völlig in Besitz: Zweimal wöchentlich wurde in der Turnhalle der Hafenschule trainiert und sonntags entweder im "Carlsthal" oder "Klosterhof" öffentlich gegen die Hamburger Sportkameraden von Goliath und Wandsbeker AC oder aus Harburg und Pinneberg im Mannschafts-Vergleichsringen "aufgetreten"!

International vertrat Kurt die Elmshorner Interessen vor allem gegen dänische Gäste. Sein größter Erfolg war der Meisterschaftssieg im Jahre 1932 in Hamburg, wo er im Mittelgewicht (68-75 kg) im Wettstreit des Arbeiter-Athletenbundes siegte. Ein Jahr später belegte er bei ähnlicher Gelegenheit in Harburg einen beachtlichen dritten Platz ... die Konkurrenz war stark gewachsen! Sein schwerster Kampf von insgesamt 180 Kämpfen war das Unentschieden gegen einen "unbekannten" Hamburger Polizei-Kontrahenten. Kurt Brauer buchte insgesamt 90 Siege und 40 Unentschieden bei 50 Niederlagen. Zahlen, von denen er sehr bescheiden spricht.

Er lobt vor allem den "familiären" Vereinszusammenhalt und die Veranstaltungsfreudigkeit des damaligen rührigen 1. Vorsitzenden Max Maack. Den seinerzeit bestehenden Kampfmodus: zweimal 10 Minuten ohne Punktewertung und Kampfteilung nach Stand und Parterre, bezeichnet er als sehr zweckmäßig. Es gab eben nur Sieg, Remis oder Kreuzniederlagen.

Ringermannschaft der 20er Jahre
Von links nach rechts: Vorsitzender und Trainer Max Maack, Hans Büsen, Walter Bossau, Kurt Brauer, "Charly" Nietschack, "Fiete" Schwarz, Ernst Pruschitzki. Der damalige Ringerdreß war: weißer Trikot-Anzug mit grüner Überhose. Auf dem Bild fehlt der Schwergewichtler Hermann Koopmann.
(zum Vergrössern bitte das Bild anklicken)

1948 war Kurt Brauer bei der Vereinsneugründung im Lokal "Zur Linde" inmitten seiner alten Kameraden Arthur Schult, Ernst Pruschitzki, Hans Büsen und Kurt Reichenbach vertreten. Er übernahm das Training der Ringer und baut seitdem für die Boxer fachkundig den Ring auf. Daneben fungiert er als Veranstaltungs-Kassierer. Im Februar dieses Jahres wählte ihn die Mitgliederversammlung zum 2. Vorsitzenden. Der vorbildliche Sportsmann wurde allerdings nicht vom Amt des Ringwarts entbunden. So ist Kurt Brauer nach wie vor - wenn auch nicht mehr als aktiver Kämpfer - eine Trumpfkarte des AC Einigkeit geblieben.

Beruflich ist Kurt Brauer ein "Allround-Mann". Seiner Gärtnertätigkeit schloß sich eine 2 1/2 jährige Beschäftigung als Formdreher bei der Steingutfabrik Carstens an, um dann für zehn Jahre eine Arbeit als Maschinist und E-Schweißer bei der Schiffswerft D.W. Kremer zu übernehmen. Seit 1946 ist er mit seinem Schachtmeisterposten bei der Firma Reimer, Elmshorn, zufrieden. Seine Berufskameraden schätzen ihn als einen tüchtigen und hilfsbereiten Kollegen, mit dem sie gern durch "Dick und Dünn" gehen.

In seinem schmucken Siedlungshaus in der Stettiner Straße 7 traf der EN-Reporter auch seine treusorgende Ehefrau Marie, geb. Behrendt, eine gebürtige Elmshornerin. Sie hat jahrzehntelang für ihren Kurt neben der Matte mit "Herzbubbern" die Daumen gehalten. "Nach den Kämpfen war das Herz dann aber wieder ruhiger", meint sie heute. Wer könnte Frau Marie zu dieser Äußerung nicht verstehen? Ob Kurt Brauer noch ein weiteres Hobby hat? Natürlich: Kaninchenzucht! So "Stücker dreißig" werden alljährlich gezüchtet. "Aber nur für den Brattopf", meint Kurt.


Kurt Brauer
Kurt Brauer: nicht mehr aktiv auf der Matte, jedoch nicht minder rührig als zweiter Vorsitzender und Ringwart des AC Einigkeit.

Ende der Abschrift

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© 2000,  Jens Gatzenmeier

 Stand: Oktober 2007