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EN vom 05.08.1968:
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EN vom 05.08.1968:
Der Sport hat ihn jung erhalten

Hans Funke zog Boxabende auf, spielte Fußball und Rugby - Heute 70. Geburtstag

In der Ausgabe der "Elmshorner Nachrichten" vom 05. August 1968 befindet sich ein Artikel zum 70. Geburtstag von Hans Funke.


Beginn der Abschrift

Der Sport hat ihn jung erhalten
Hans Funke zog Boxabende auf, spielte Fußball und Rugby - Heute 70. Geburtstag

  Emshorn. Der Elmshorner Hans Funke hat heute einen doppelten Grund zum Feiern. Er wird 70 Jahre alt und begann vor 60 Jahren in Hannover mit seiner sportlichen Betätigung. Als Vorsitzender und Spielausschußobmann des Spiel- und Sportvereins Holsatia sowie als Organisator zahlreicher großer Boxkampftage hat Hans Funke dem Elmshorner Sport in der Nachkriegszeit entscheidende Impulse gegeben. Zu seinem heutigen Ehrentag dürften sich viele Weggefährten, die seine bemerkenswerte sportliche Laufbahn begleitet haben, zur Gratulation einfinden.

  Hans Funke, der in Hannover-Hainholz geboren wurde, spielte bereits als zehnjähriger Bub in der Schülermannschaft des damaligen Sportvereins "Elite" Hannover. Mit zwölf Jahren trat der sportbegeisterte Junge in den neugegründeten Sportverein 1910 Hainholz ein. Dieser Verein wurde später in "Verein für Volkssport" umbenannt. Hier spielte Funke Rugby, Fußball und Handball. Es spricht für seine Vielseitigkeit, daß er auch noch Leichtathletik betrieb. Als 14jähriger Wettkämpfer konnte er in dieser Sportart einen ungewöhnlichen Triumph feiern: Unter 300 (!) Teilnehmern gewann er das Kugelstoßen und wurde für seinen sportlichen Erfolg mit einem wertvollen Silberbecher belohnt. Der Ehrenpreis nimmt heute noch einen besonderen Platz in der Wohnung Funkes ein.

  Im Jahre 1916 wurde der Jubilar zum 4. Garderegiment zu Fuß in Berlin als Freiwilliger eingezogen. 1917 bekam er vor Verdun durch einen Bajonettstich im rechten Unterarm eine Verwundung. Vom 4. Garderegiment zu Fuß wechselte Funke zum Sturmbataillon des Gardekorps. Nach dem 1. Weltkrieg ging er mit seinem Kommandeur, Oberstleutnant von Steuben, zur Schutzpolizei in Hannover. Hier betrieb er Leichtathletik und begann mit dem Boxen.

  Als dann Funkes alter Verein "VfV" wieder neu ins Leben gerufen wurde, spielte er mit gutem Erfolg Rugby und Fußball. Er gehörte zehn Jahre der Ligamannschaft an. Die Vereinsmitglieder erkannten bald die organisatorischen Fähigkeiten Funkes. Sie beriefen ihn in den spielausschuß sowie als 2. Vorsitzenden in den Vorstand. Später übernahm der dynamische Funke selbst die Vereinsführung. 58 Jahre lang ist er diesem Verein treu geblieben. Die Hannoveraner würdigten die Verdienste ihres früheren Vorsitzenden 1960 mit der Verleihung der goldenen Ehrennadel und der Ernennung zum Ehrenmitglied.

  Im Jahre 1937 holte ihn die damalige Firma Wetzel & Co. als Spezialist zum Betriebsaufbau nach Elmshorn. Später erhielt er bei dieser Firma Einzelprokura, und außerdem wurde er Betriebsleiter. In seiner Elmshorner Zeit hat Hans Funke die Entwicklung des Boxsports geprägt. Im früheren "Holsteinischen Hof" organisierte er ausgezeichnet besuchte Boxveranstaltungen. Nach dem 2. Weltkrieg machte sich der Jubilar als Veranstalter von Boxabenden im gesamten norddeutschen Raum einen Namen. In Lübeck, Kiel, Flensburg, Hamburg und Uelzen zog er mit Herbert Aschberner und Karl Schulmeister Berufsboxkämpfe auf.

  Der Organisator Hans Funke verschloß sich auch nicht den Elmshorner Boxamateuren. Durch Max Saggau kam er zum AC Einigkeit und wurde sogar 1. Vorsitzender dieses traditionsreichen Boxclubs. Die von Hans Funke "gemanagten" Großkampftage auf der Rennbahn mit Max Schmeling und Willy Höppner als umjubelte Ehrengäste bildeten Höhepunkte im Elmshorner Sportgeschehen, an denen es heute leider mangelt.

  Der Fußball ließ Hans Funke in Elmshorn nicht los. Bei Holsatia wirkte er als Spielausschußobmann und als 1. Vorsitzender. Mit "Kiste" Haack und Walter Rathjen bildete er ein erfolgreiches Dreigespann, das 1957 u.a. das 50jährige Vereinsjubiläum der "Tapferen" mit einem großen Programm aufzog. Auch bei Rasensport ist Hans Funke schon viele Jahre Mitglied. Ende 1957 erlitt er einen schweren Herzinfarkt. Auf Anraten der Ärzte mußte er sämtliche Ehrenämter niederlegen, was der große Idealist Hans Funke dann auch schweren Herzens tat.
  Die Entwicklung des Totos und Lottos hat Hans Funke in Elmshorn und im Kreis Pinneberg entscheidend beeinflußt. Seit 1948 unterhält er eine Lotto- und Toto-Annahmestelle am Bahnhof mit einem Tabakwarengeschäft. In dieser Zeit oblag ihm auch viele Jahre die Bezirksleitung der Lotto- bzw. Toto-Gesellschaft Kiel für den gesamten Kreis Pinneberg.

  Am 1. Januar 1968 übergab er sein Geschäft an seine Tochter Ingrid. Hans Funke ist aber noch täglich im Geschäft zu finden, und wenn ein Fußballanhänger seinen Toto- und Lottoschein abgibt, ist er einem fachlichen "Klönschnack" nicht abgeneigt. Der Sport hat Hans Funke jung erhalten. Als Zuschauer verfolgt er heute regelmäßig Boxkämpfe und Fußballspiele in Elmshorn und Hamburg. "Die Elmshorner Nachrichten" schließen sich den zahlreichen Glückwünschen an, die Hans Funke heute erreichen.

Ende der Abschrift - das Foto konnte wegen der schlechten Qualität nicht verwendet werden

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© 2000,  Jens Gatzenmeier

 Stand: Oktober 2007