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Athleten-Club Einigkeit Elmshorn von 1893 e.V.

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EN-Turnen, Sport und Spiel vom 09.12.1940:
Boxkämpfe von Format.

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EN-Turnen, Sport und Spiel vom 09.12.1940:
Boxkämpfe von Format.

Die erste Elmshorner Boxveranstaltung im "Holsteinischen Hof".

In der Ausgabe der "Elmshorner Nachrichten" vom 9. Dezember 1940 befindet sich in der Rubrik "Turnen, Sport und Spiel" ein Artikel über die erste Boxveranstaltung in Elmshorn.


Boxen im Holsteinischen Hof

Beginn der Abschrift


Boxkämpfe von Format.
Die erste Elmshorner Boxveranstaltung im "Holsteinischen Hof".

  -tw- Der in Elmshorn gegründete Holstein-Ring trat gestern mit einer ersten Boxveranstaltung an die Öffentlichkeit, die in boxsportlicher Hinsicht ein voller Erfolg war. Der sportliche Leiter, Carl Schulmeister, hatte ein Programm zusammengestellt, das sowohl einen hochinteressanten Einblick in die ernsten Vorbereitungsübungen des Boxers gab, als auch einige äußerst spannende Kämpfe zeigte, die von dem gutbesetzten Haus mit stürmischem Beifall aufgenommen wurden.

  Zunächst zeigte Richard Vogt, Hamburg, Olympia-Sieger von 1936 und aussichtsreichster Bewerber um die Schwergewichtsmeisterschaft, ein vollständiges Kampftraining, das die saubere Vorbereitungsarbeit dieses Boxers unter Beweis stellte. Ein Trainingskampf über drei Runden mit dem Krefelder Jacob Schönrath gab einen prächtigen Einblick in die vorbildliche Kampfesweise und die sichere Schlagkraft Vogts, der in Schönrath einen kampfesfreudigen Partner fand.

  Der erste ernste Boxkampf wurde im Mittelgewicht zwischen Eduard Peter, Hannover, und Georg Sporer, Hamburg, über 8 Runden ausgetragen. Sprecher im Ring war Walter Rothenburg, Hamburg, Punktrichter Karl Sahm, Hamburg. Peter legte bereits in den ersten Runden ein hartes Tempo vor, während Sporer überlegener seine gutsitzenden Schläge ansetzte. Es wurden beiderseits viel Körper- und Gesichtshaken gelandet, die von beiden Seiten mannhaft genommen wurden. Sporer erhielt eine Verletzung am Auge, die jedoch seine Kampffähigkeit nicht behinderte. Er mußte einmal wegen unsauberen Schlagens verwarnt werden. Im allgemeinen war jedoch seine Arbeit sicherer als die des Gegners, so daß sein Punktsieg verdient war.

  Nach einer viertelstündigen Pause begann der zweite und zugleich Schlußkampf (ebenfalls über acht Runden) zwischen dem deutschen Exmeister Werner Riethdorf, Berlin, und dem dänischen Federgewichtsmeister Waldemar Krontoft. Auch diese beiden Boxer lieferten sich einen prächtigen Kampf, zeigten viel Herz und waren sehr hart im Nehmen. Unentwegt griff der Däne an, trotzdem im Verlauf des Gefechts sein Gegner mehrere saubere Kopftreffer, besonders in der linken Gesichtspartie, landen konnte. Die erste Runde ging klar an Riethdorf, die zweite und dritte an Krontoft, während die vierte und fünfte mehr ausgeglichen waren. In den letzten Runden sammelte Riethdorf aber wieder Punkte, so daß der Schiedsrichter ein Unentschieden verkündete, ein Urteil, das dem fairen Kampf in jeder Weise entsprach und von den Boxfreunden mit riesigem Beifall quittiert wurde.

  Als Ergebnis der gestrigen Boxveranstaltung muß ausdrücklich festgestellt werden, daß im "Holsteinischen Hof" ein harter Kampf geliefert wurde und keine "zahme Angelegenheit", wie vielfach vorher geglaubt wurde. Mit diesen prächtigen Kämpfen ist der Grundstein gelegt für spätere Kämpfe, bei denen auch die Schwergewichtler ein "gewichtiges Wort" mitreden werden. Wir sind sicher, daß der Boxsport sich mit den gestrigen Kämpfen viele neue Freunde errungen hat, so daß man um den Erfolg späterer Veranstaltungen nicht bange zu sein braucht.

Ende der Abschrift - Fotos wurden nicht veröffentlicht
Der Holsteinische Hof

Der "Holsteinische Hof" (das Gebäude im Hintergrund) stand bis zu seiner Zerstörung am 3.8.1943 an der Stelle, wo sich heute das Uhrengeschäft Köhncke am Bahnhof befindet.
Die Ruine wurde erst in den Nachkriegsjahren abgerissen.

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© 2000,  Jens Gatzenmeier

 Stand: Oktober 2007